Meshcloud: Digitaler Enabler für die Cloud
Christina Kraus, Jörg Gottschlich und Johannes Rudolph (Foto: Meshcloud)

Nachdem wir euch mit Industry List und flyingshapes in den letzten Wochen zwei Unternehmen vorgestellt haben, die die Zukunft traditioneller Branchen maßgeblich mitgestalten, steht heute mit Meshcloud ein weiterer digitaler Hidden Champion im Mittelpunkt. Das Startup aus dem Frankfurter Ostend sorgt dafür, dass große Unternehmen komplexe Cloud-Infrastrukturen unkomplizierter und effizienter nutzen können. Wir haben mit Mitgründerin Christina Kraus über Gründung, Geschäftsmodell und Ökosystem gesprochen.

Man muss sich das so vorstellen: Wenn große Unternehmen ihre eigenen IT-Lösungen entwickeln, dann passiert das in der Cloud. Nicht in der Dropbox oder einem der vergleichbaren Angebote. Bei dieser Art von Cloud geht es um eine größere IT-Infrastruktur, die ein flexibles Arbeiten an Projekten ermöglicht. Dass ein Unternehmen diesen virtuellen Working Space von nur einem Anbieter bezieht, ist dabei eine absolute Seltenheit, was wiederum, etwa aufgrund der Vielzahl an Zugängen, zu einem erhöhten Administrationsaufwand führt. An dieser Stelle – klar, man ahnt es – kommt Meshcloud ins Spiel.

“Wir sind sowas wie der Adapterstecker, an den Unternehmen unterschiedliche Clouds andocken können”, erklärt Christina Kraus, Co-Founderin von Meshcloud. Um Cloud-Prozesse für Organisationen zu vereinheitlichen, hat das Startup aus Frankfurt eine Plattform entwickelt, über die sich die gesamte Cloud-Landschaft anbieterübergreifend orchestrieren lässt. So wird der Aufwand für Administration, Verwaltung und Abrechnung deutlich reduziert, indem beispielsweise Rollen und Zugriffsrechte nicht mehr für jede Plattform einzeln definiert werden müssen. Zudem werden über Meshcloud die Kosten für einzelne Projekte wesentlich transparenter.

Multicloud statt Cloud Federation

Starthilfe erhielt Meshcloud bei der Gründung im Jahr 2017 von Exist. Die Geschäftsidee war damals allerdings noch eine andere: Kraus und ihre Co-Founder Jörg Gottschlich und Johannes Rudolph, die gemeinsam an der TU Darmstadt studierten, wollten ursprünglich Rechenzentren miteinander vernetzen und unter dem Label “Cloud-Federation” einen Open-Source-Anbieter als Alternative zu großen Cloud-Dienstleistern wie OpenStack oder Cloud Foundry aufbauen. Mit der Zeit wurde aber, dass das Cloud-Management eine viel größere Herausforderung Corporates darstellt.

Vor rund einem Jahr fokussierte sich das Team, das heute 10 Mitarbeiter zählt, schließlich auf seine Multicloud-Lösung als Kerngeschäft. Zu den Kunden von Meshcloud gehören Firmen aus der Auto-, Energie- und Finanzbranche, darunter zum Teil richtig große Namen. Für sie agiert das Startup als wichtiger Partner bei der digitalen Transformation –  denn die Cloud als zentraler Bestandteil der IT-Infrastruktur muss Flexibilität und Effizienz ermöglichen, um echte Innovationen anzustoßen und sich so in einem zunehmend digitaleren Marktumfeld behaupten zu können.

“Familiärer als in Berlin”

Ein Highlight der noch jungen Unternehmensgeschichte war für Meshcloud die Teilnahme am German Accelerator. Von Juli bis Dezember 2018 siedelte Christina Kraus nach New York über, um dort gemeinsam mit einem großen Netzwerk aus Experten und Mentoren das Geschäftsmodell von Meshcloud weiterzuentwickeln. Interessanterweise wurde in dieser Zeit weniger der amerikanische Markt aufgebaut, sondern vielmehr Kontakte mit europäischen Unternehmen geknüpft. Dennoch sei es sehr spannend gewesen zu lernen, wie die Amerikaner in Sachen Digitalisierung und Sales ticken.

Kraus und ihre beiden Co-Founder kommen allesamt aus dem Rhein-Main-Gebiet und wissen die Vorzüge des Ökosystems schätzen. “Wir haben von Anfang an tolle Unterstützung gehabt, beispielsweise durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt und HIGHEST, dem Gründerzentrum der TU Darmstadt. Zudem ist hier alles etwas familiärer als beispielsweise in Berlin”, meint Christina Kraus. Außerdem, so die 28-Jährige, profitiere man vom guten Zugang zur ansässigen Industrie – für Meshcloud als digitaler Hidden Champion definitiv ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

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