Wingcopter erhält Millioneninvestment aus Singapur
Das sind die Gründer von Wingcopter (von links): Ansgar Kadura, Tom Plümmer, und Jonathan Hesselbarth.

Das hessische Drohnen-Startup Wingcopter hat sich eine Finanzierung in Millionenhöhe gesichert. Das Investment wurde von Corecam Capital Partners aus Singapur arrangiert. Wingcopter entwickelt und produziert autonom fliegende Transportdrohnen für soziale und zivile Anwendungen – getreu dem Unternehmensleitsatz „Technology with a purpose“. Mithilfe seines patentierten Schwenkrotor-Mechanismus schließt das Startup die Marktlücke zwischen kommerziellen Drohnen, Hubschraubern sowie Flächenfliegern und erreicht damit eine neue Dimension der Effizienz.

Mit dem frischen Kapital will sich das 35-köpfige Team um die drei Gründer Tom Plümmer (CEO), Jonathan Hesselbarth (CTO) und Ansgar Kadura (COO) mit weiteren Spezialisten verstärken, die Entwicklung der nächsten Generation des Wingcopters vorantreiben sowie sein globales Service- und Vertriebsnetzwerk ausbauen. Bereits heute ist Wingcopter in 10 Ländern für diverse Kunden aktiv.

wachsende Nachfrage

Martin Lechner, Managing Partner von Corecam Capital Partners, ist überzeugt: “Der Einstieg bei Wingcopter ist die ideale Ergänzung unseres bestehenden Portfolios im wachstumsstarken Markt für Drohnentechnologie. Der einzigartige Schwenkrotor-Mechanismus sowie die starke globale Patentabsicherung und das Interesse von Bluechip-Kunden waren für uns ausschlaggebend.”

Mit seinem Angebot an effizienten „eVTOL-Drohnen“ trifft Wingcopter auf eine rasant wachsende globale Nachfrage. Dank der Kombination von zwei Drohnentypen durch den Schwenkrotor können Wingcopter-Drohnen wie Multicopter senkrecht auf kleinstem Raum starten und landen. Sobald der Wingcopter die gewünschte Flughöhe erreicht hat, schwenken alle vier Rotoren um 90 Grad und verwandeln die Drohne in Sekundenschnelle in ein unbemanntes Flächenflugzeug. Diese stufenlose Transition ermöglicht Reichweiten von bis zu 120 Kilometern pro Flug und eine Guinness-Weltrekordgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern. Auch bei kräftigem Wind bis zu 90 km/h oder schlechtem Wetter fliegt der Wingcopter autonom und zuverlässig. Die Langstreckendrohnen können damit ideal für die Lieferung von lebensrettenden medizinischen Produkten wie Medikamenten, Impfstoffen, Blutkonserven oder Laborproben, aber auch für die Zustellung von Paketen (E-Commerce/Post) oder Lebensmitteln eingesetzt werden.

Sehen so die Paketboten der Zukunft aus? Ja, sagen die Gründer von Wingcopter.
Sehen so die Paketboten der Zukunft aus? Ja, sagen die Gründer von Wingcopter.


„Wir freuen uns, mit Corecam einen renommierten Finanzinvestor gewonnen zu haben, der bereits über ausgiebige Erfahrung im Drohnenbereich verfügt. Die Finanzierung wird dazu beitragen, unser Wachstum signifikant zu beschleunigen, der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland gerecht zu werden und den Fokus auf die vielversprechendsten Märkte mit Blick auf die globale Expansion zu legen. Unsere Vision ist, mit unserer Technologie das Leben von Menschen auf der ganzen Welt nachhaltig zu verbessern“, kommentiert CEO Tom Plümmer die Finanzierungsrunde.

Schon mehrere Projekte in in abgelegenen Regionen


Wingcopter hat bereits diverse Projekte erfolgreich durchgeführt, bei denen medizinische Hilfsgüter über lange Strecken in abgelegene Regionen geliefert wurden, u.a. im Rahmen eines sechsmonatigen Pilotprojekts mit DHL und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) in Tansania sowie  auf der Südseeinsel Vanuatu, wo Wingcopter im Auftrag des dortigen Gesundheitsministeriums und unterstützt durch UNICEF über mehrere Monate die Lieferung von Impfstoffen für Kinder erfolgreich erprobt hat. In beiden Tests konnte die bisherige Wartezeit der Patienten von mehreren Stunden oder sogar Tagen dank des Wingcopters auf wenige Minuten reduziert werden. Wingcopter kann somit vielerorts zu einer signifikanten Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen.


In Irland konnte Wingcopter vor Kurzem in Partnerschaft mit Vodafone und dem lokalen Kunden SIS erstmalig in Europa eine Lieferung von Insulin außerhalb der Sichtweite (BVLOS) und trotz schwieriger Windverhältnisse über eine Strecke von 21 Kilometern durchführen. Weitere erfolgreiche Projekte haben u.a. in Japan, England, Malawi, Äthiopien, Norwegen und Kanada sowie der Arktis stattgefunden, wo die Leistungsfähigkeit der Drohne unter extremsten Bedingungen (-42 °C) unter Beweis gestellt werden konnte. Aktuell plant Wingcopter, zusammen mit einem renommierten Partner eine neue Lieferanwendung in den USA zu erproben und damit eine weitere Disruption des Status Quo der Logistik anzuführen. Darüber hinaus ist das Unternehmen bereits in Gesprächen mit ausgewählten Investoren über die nächste Finanzierungsrunde.

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