Studie von Campana & Schott: Agil ist nicht gleich agil
Fotomontage: STATION

Agile Methoden wie Scrum sind inzwischen durchaus verbreitet. Dass dies auf die Verankerung von Agilität in den Köpfen der Mitarbeiter oder gar in der Unternehmenskultur ebenso zutrifft, kann man hingegen nicht behaupten. Diese vorherrschende Diskrepanz zwischen “doing agile” und “being agile” ist eine der zentralen Erkenntnisse aus dem Future Organization Report 2019 von Campana & Schott und der Uni St. Gallen. 

Ein Blick in die Ergebnisse zeigt: Mitarbeitern ist durchaus klar, dass für agile Arbeitsweisen neue Fähigkeiten nötig sind. So fühlen sich zwar 81 für ihre aktuellen Aufgaben gerüstet, 75 Prozent jedoch schätzen den Aufbau neuer Fähigkeiten als wesentlich ein. Ein Drittel der Befragten findet zudem, dass Teamarbeit für Agilität im Unternehmen wichtig ist und davon überzeugt, dadurch erfolgreicher zu sein (30,5 Prozent). 

Weiterhin stellt die Studie die Vorbildfunktion von Führungskräften im Zuge der agilen Transformation heraus. Ein Drittel der Befragten erklärt beispielsweise, dass ihre Führungskraft sie zur Bewältigung ihrer agilen Tätigkeiten befähigt. Knapp 66 Prozent der Teilnehmer werden zur Eigeninitiative motiviert, 61 Prozent erhalten einen positiven Ausblick in die Zukunft und können ihre Arbeit selbstbestimmt gestalten (60 Prozent).

Fehlende Konsequenz und Angst als Hindernisse

Zu den größten Hindernissen der digitalen Transformation zählt die Angst vor Fehlern sowie mangelnde Kommunikation. So sagt knapp jeder fünfte Teilnehmer sagt, dass Fehler im Unternehmen nicht gegen die Person verwendet würden. Jeder Zweite kann Probleme und Schwierigkeiten nicht einmal ansprechen. Lediglich 30,5 Prozent fühlen sich sicher, wenn sie ein Risiko eingehen.  

„Für die agile Transformation gibt es klare Erfolgsfaktoren: ein unternehmensweites Bewusstsein für die Veränderung, organisationales Engagement und empowerndes Verhalten der Führungskräfte. Die größten Risiken sind dagegen eine inkonsequente Umsetzung, mangelnder Wandel der Unternehmenskultur und der Verlust von Mitarbeitenden oder deren Arbeitsmotivation vor allem in der Zeit der Transformationsphase“, fasst Anna Adler, Director Corporate Development bei Campana & Schott, zusammen. 

Der Future Organization Report 2019 des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen und der Unternehmensberatung Campana & Schott zeigt den Stand von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bezug auf den Grad ihrer Agilität. Dazu wurden 517 Führungskräfte und Mitarbeitende aus Unternehmen befragt, die bereits agil arbeiten.

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