BITA-Gründer Gomez: “Brauchen stärkere Anreize”
Founder und CEO Victor Gomez (Foto: BITA)

Das Frankfurter Fintech BITA Indexes hat vor Kurzem 1,25 Millionen Euro an frischem Kapital eingesammelt. Das Kerngeschäft des erst Ende 2018 gegründeten Unternehmens: Die Entwicklung technologischer Infrastrukturen für qualitative Anlagestrategien. Was genau BITA tut und wie die Rahmenbedingungen für Tech-Unternehmen in Deutschland verbessert werden können – darüber haben wir mit Victor Gomez, Gründer und CEO von BITA, gesprochen. 

Victor, ihr habt im Rahmen eurer Seed-Finanzierung 1,25 Millionen Euro eingesammelt. Was plant ihr mit dem frischen Kapital? 

Zunächst einmal sind wir sehr froh, Volta Ventures, Pamica NV und Futury Ventures als Investoren gewonnen zu haben. Die neuen Partner haben uns von Anfang mit ihrer großen Expertise und ihrem starken Netzwerk beeindruckt. Durch die Finanzierungsrunde sind wir nun in der Lage, unsere Technologie-Roadmap schneller umzusetzen und unseren Vertrieb international zu erweitern. 

Du hast BITA vor nicht mal einem Jahr gegründet. Wie kam es dazu?

Ich habe in der Vergangenheit vielfältige Erfahrungen im Finanzwesen und mit Kapitalmärkten gesammelt, sowohl als Unternehmer und Experte als auch als Verbraucher im Bereich Finanzindizes. Das BITA-Team und ich haben erkannt, dass es im passiv gemanagten Anlage-Sektor massive Wachstumsmöglichkeiten gibt. Da es dort an echten Innovationen sowie fortschrittlichen Technologien und Geschäftsmodellen mangelte, haben wir BITA gegründet. 

Wie würdet ihr euer Geschäftsmodell kurz und anschaulich beschreiben?

BITA bietet eine fortgeschrittene Technologie-Infrastruktur für die Gestaltung, Entwicklung, Berechnung und Verbreitung von Finanzindizes und quantitativen Anlagestrategien. Unsere Software zielt vor allem auf ein schnell wachsendes Segment im Finanzbereich ab: das Index-based Investing. Diesen Bereich wollen wir flexibler und effizienter gestalten.

Was steckt genau hinter “Index-based Investing”? Bitte kläre uns doch kurz auf?

Index-based Investing ist eine passiv gemanagte Anlagestrategie, mit der man auf eine sehr einfache Weise global investieren kann. Indexfonds bestehen aus einem breiten Portfolio einzelner Wertpapiere und werden normalerweise nach klaren und objektiven Regeln erstellt, um menschliche Fehler zu reduzieren und den Anlageprozess transparenter zu gestalten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kaufen von Exchange Traded Funds (ETFs), wo Indexfonds einen bestimmten Index möglichst exakt nachbilden. 

Was gab den Ausschlag, euer Startup in Frankfurt zu gründen?

Frankfurt ist ohne Zweifel der Dreh- und Angelpunkt der deutschen Bankenbranche und gehört zu den wichtigsten Finanzplätzen Europas. Die hohe Dichte wichtiger Banken, Finanzbehörden und systemrelevanter Regulierer macht die Stadt auch für Fintechs sehr begehrt. Schließlich finden immer mehr gut besuchte Fintech-Events in Frankfurt statt. Zudem lebe ich bereits länger in Frankfurt, was diesen Entscheidungsfindung natürlich vereinfacht hat. 

Stichwort Events und Community: Wie beurteilst du das Ökosystem FrankfurtRheinMain im internationalen Vergleich

Insbesondere das Ökosystem der Fintechs wächst derzeit in Sachen Größe und Relevanz. Auch bedeutende Unternehmen erkennen inzwischen, dass Startups in den meisten Fällen keine Konkurrenten sind, sondern potenzielle Partner. Startups bringen Agilität und Technologie mit, während etablierte Unternehmen über die nötige Industrieerfahrung und den Zugang zu Märkten verfügen.

Was schätzt du an unserem Ökosystems besonders, was muss noch besser werden?

Meiner Meinung nach,sollten die Regierungen und Regulierer Innovation und Entrepreneurship noch stärker unterstützen. In Europa – und besonders in Deutschland – gibt es noch viele öffentliche Institutionen, die sich noch nicht auf die wachsende Bedeutung von Startups eingestellt haben. Wir brauchen stärkere Anreize und noch mehr Unterstützung, um den besten Tech-Unternehmen unsere Region schmackhaft zu machen.

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