5 Fragen an … MimoSense

Heute stellen wir euch MimoSense vor. 2025 hat das Deep-Tech Spin-off der TU Darmstadt Frankfurter den Hessischen Gründerpreis in der Kategorie “Gründung aus der Hochschule” gewonnen.

Im Interview mit den Co-Foundern Romol Chadda und Omar Ben Dali sprechen wir über die Zukunft des Gesundheitsmonitorings, ihre bahnbrechende Innovation und ihre persönlichen sehr wertvollen Tipps an Bewerber:innen des diesjähringen Gründerpreises.

Die aktuelle Bewerbungsphase für den Hessischen Gründerpreis #HGP26 läuft noch bis zum 10.05.2026. Mehr dazu im Artikel.


Stelle euch und euer Unternehmen bitte kurz vor.
Wir sind MimoSense, ein Deep-Tech Spin-off der TU Darmstadt, und wir beschäftigen uns mit der Frage, wie man Gesundheitsmonitoring grundlegend neu denken kann. Unsere Kerntechnologie ist eine extrem dünne, flexible Sensorfolie, etwa 0,3 Millimeter dünn, die sich wie eine Art digitale Haut verhält. Sie kann gleichzeitig Druck und feinste Vibrationen erfassen und damit Dinge messen, die man normalerweise nur mit direktem Körperkontakt erfassen kann.

    Das Besondere ist, dass wir Vitalparameter wie Herzschlag, Atmung oder Bewegung kontaktlos messen können, sogar durch Materialien wie Matratzen oder Polster hindurch. Das heißt: Der Mensch muss nichts tragen, nichts bedienen und sich nicht aktiv darum kümmern.

    Unsere Vision ist es, Gesundheitsmonitoring dorthin zu bringen, wo Menschen sich ohnehin aufhalten, also in Betten, Möbel oder andere Alltagsumgebungen. Gerade nachts oder in Situationen wie Pflege, Schwangerschaft oder bei Kindern funktionieren klassische Wearables oft nicht zuverlässig oder werden gar nicht genutzt. Genau dort setzen wir an. Am Ende wollen wir erreichen, dass Gesundheitsdaten einfach im Hintergrund entstehen, ohne dass man bewusst etwas dafür tun muss.

    Was bedeutet es für euch, den Hessischen Gründerpreis 2025 in der Kategorie “Gründung aus der Hochschule” gewonnen zu haben?

    Der Gewinn des Hessischen Gründerpreises war für uns ein sehr wichtiger Moment, weil er genau in eine Phase gefallen ist, in der wir den Übergang von der Forschung in die reale Anwendung gemacht haben. Bis dahin kam ein Großteil unserer Bestätigung aus der technischen Seite, also aus Experimenten, Prototypen und ersten Pilotprojekten. Der Preis hat uns gezeigt, dass das, woran wir arbeiten, auch von außen als relevant wahrgenommen wird, nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich.

      Was sich danach wirklich verändert hat, war die Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung schafft Vertrauen bei Partnern, Kunden und auch Investoren, weil wir nicht mehr nur als Forschungsteam wahrgenommen wurden, sondern als Unternehmen mit Marktpotenzial. Gleichzeitig war es für uns auch ein Motivationsschub. Gerade im Deep-Tech-Bereich dauert vieles länger und ist komplexer. Solche Auszeichnungen helfen enorm, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die nächsten Schritte konsequent umzusetzen.

      Wie hat sich der Gewinn des Hessischen Gründerpreises im November 2025 auf das Unternehmen in den darauf folgenden Monaten ausgewirkt?

      Der größte Effekt war vor allem die erhöhte Sichtbarkeit. Durch den Preis haben deutlich mehr Menschen von uns und unserem Ansatz erfahren, sowohl im Startup-Ökosystem als auch darüber hinaus. Das hat dazu geführt, dass wir häufiger angesprochen wurden und Gespräche mit potenziellen Partnern einfacher geworden sind, weil bereits eine gewisse Vertrautheit mit unserer Technologie da war. Gerade bei einer erklärungsbedürftigen Deep-Tech-Lösung ist das ein großer Vorteil.

      Insgesamt hat der Preis uns geholfen, Vertrauen aufzubauen und unsere Wahrnehmung nach außen deutlich zu stärken.

      Was steht als nächstes auf euerer Roadmap?

      Der Fokus liegt aktuell klar auf der Markteinführung unserer ersten Produkte, insbesondere im Bereich Bettmonitoring in der stationären sowie häuslichen Pflege. Hier geht es darum, unsere Technologie in konkrete Anwendungen zu überführen, die im Alltag echten Mehrwert liefern, zum Beispiel durch automatische Bettbelegung oder die Unterstützung bei der Überwachung von Vitalparametern.

        Parallel arbeiten wir daran, die Technologie weiter zu industrialisieren und zu skalieren, also robuster, kosteneffizienter und einfacher integrierbar zu machen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Ausweitung in den privaten Bereich, insbesondere im Schlafmonitoring. Gerade nachts entstehen viele wertvolle Gesundheitsdaten, die heute oft nicht erfasst werden, weil Wearables abgelegt werden. Genau hier sehen wir großes Potenzial.

        Langfristig geht es uns darum, Gesundheitsmonitoring komplett neu zu denken: weg von einzelnen Geräten, hin zu intelligenten Umgebungen, die im Hintergrund kontinuierlich Daten erfassen, ohne dass Menschen aktiv etwas dafür tun müssen.

        Die Bewerbungsphase für den Hessischen Gründerpreis 2026 läuft aktuell. Warum empfehlt ihr Gründer*innen, sich bei dem HGP zu bewerben und welchen Tipp würdet ihr ihnen an die Hand geben?

        Wir können die Teilnahme auf jeden Fall empfehlen, weil der Hessische Gründerpreis deutlich mehr ist als nur eine Auszeichnung. Man bekommt Sichtbarkeit, kommt mit vielen spannenden Menschen ins Gespräch und erhält ehrliches Feedback von außen, was gerade in frühen Phasen extrem wertvoll ist.

          Unser wichtigster Tipp wäre: Versucht, eure Idee so zu erklären, dass sie auch jemand versteht, der nicht aus eurem Fachgebiet kommt. Gerade im Deep-Tech-Bereich neigt man dazu, sich auf die Technologie zu fokussieren, aber am Ende entscheidet, ob klar wird, welches Problem ihr löst und warum das wirklich relevant ist.

          Und vielleicht noch ein zweiter Punkt: Seid authentisch. Es geht nicht darum, die perfekte Geschichte zu erzählen, sondern die eigene Vision und Motivation greifbar zu machen.


          Bewerbung zum Hessischen Gründerpreis 2026

          Was bedeutet es, den Hessischen Gründerpreis zu gewinnen? Es ist mehr als eine Urkunde oder eine Trophäe – es ist ein Gütesiegel für deine Gründung oder Unternehmensnachfolge. Ein Zeichen dafür, dass du eine hochkarätige Jury überzeugt hast. Und eine Auszeichnung, die Türen öffnen kann!

          Jetzt bis 10.05.2026 bewerbenhessischer-gruenderpreis.de/bewerbung


          Weitere Beiträge

          STATION ist seit 2021 Medienpartner des Hessischen Gründerpreises, unter dem folgenden Link sind die Vorstellungen der Sieger der letzten Jahre zum nachlesen.

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