Exklusiv: Rigbert Fischer launcht blueworld.group
Rigbert Fischer (Foto: blueworld.group)

Company Building, Venture Capital und Private Equity: In diesen Bereichen ist Rigbert Fischer mit seiner Unternehmensgruppe tätig, bislang unter dem Namen Blue Dynamic. Blue Dynamic wurde nun in Blue Bear umbenannt, gebündelt werden Fischers Aktivitäten in der blueworld.group. Unter diesem Label möchte der 33-jährige in der Außendarstellung ab sofort den Nachhaltigkeitsfokus seiner Tätigkeiten betonen. Welche Motivation genau hinter der neuen Dachmarke steckt, in welche Startups er investiert ist und wo er sich und sein Team in fünf Jahren sieht – wir haben exklusiv mit Rigbert Fischer gesprochen.

Herr Fischer, ab sofort bündeln Sie Ihre unternehmerischen Tätigkeiten unter dem Dach der blueworld.group. Was steckt hinter der neuen Marke?

Durch meine langjährigen unternehmerischen Tätigkeiten bin ich vor allem in den vergangenen Jahren zu einer deutlich reiferen Interpretation wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Wirkungszusammenhänge unserer Welt gelangt. Dadurch hat sich meine Sichtweise auf das Unternehmertum als solches stark gewandelt.

Was meinen Sie genau?

Meinem tiefen Verständnis nach tragen moderne Unternehmer nicht mehr ausschließlich die Verantwortung für die Stakeholder der Unternehmen alleine – auch nicht mehr nur dafür, durch ihre Erfindungen und Innovationen Fortschritt zu befähigen. Vielmehr sind es die übergeordneten Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht. Diese erfordern von uns Unternehmern Optimismus, Risikobereitschaft und Verantwortungsbewusstsein.

Wie spiegelt sich der Umgang mit diesen Herausforderungen in ihrem Unternehmen wider?

Meine persönliche Einstellung zur Verantwortung von Unternehmern und ihren Organisationen veranlasst uns als blueworld.group dazu, unser Selbstbild, unsere Werte und Meinungen und letztlich auch unser Bestreben nach dem Fortbestand einer lebenswerten, fortschrittlichen und vielseitigen Welt noch stärker nach außen zu kommunizieren.

Die drei Kernbestandteile unserer unternehmerischen Tätigkeiten – Gründen, Investieren und Entwickeln – sollen künftig noch stärker durch den Einfluss dieses Verantwortungsbewusstseins geleitet werden.

Welche unternehmerische Vision ergibt sich daraus für die blueworld.group?

Unsere Vision und unser Anspruch zugleich sind es, Unternehmertum neu zu denken – origineller, smarter, verantwortungsvoller. Nachhaltigkeit wird als Leitbild tief in unseren Aktivitäten verankert und wir richten unsere Ziele konsequent danach aus. Das heißt, dass all unsere unternehmerischen Handlungen sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer und sozialer Dimension nachhaltig sein werden.

Es geht uns nicht darum, perfekt zu sein oder so zu tun als ob wir es wären. Wir sind es definitiv nicht und wir stehen erst ganz am Anfang von allem, was man in diesem Bereich unternehmerisch tun könnte. Es geht uns aber darum, täglich nach Perfektion und „echter Nachhaltigkeit“ zu streben und dort Dinge positiv zu ändern, wo wir es heute bereits können.

Bitte gehen Sie noch einmal etwas genauer auf die drei Geschäftsbereiche der blueworld.group ein.

Im Geschäftsbereich Company Building gründen wir, wenn wir eigene Ideen haben, selbst Unternehmen und entwickeln diese. Hierbei nutzen wir unser eigenes Team und gehen auch selbst in die Geschäftsführung oder suchen uns einen starken Mitgründer. Im Bereich Venture Capital investieren wir Kapital in frühphasige Unternehmen und unterstützen diese bei Bedarf auch mit Know-How und unserem Netzwerk. Gemeinsam mit selektiv ausgewählten Co-Investoren investieren wir außerdem in reifere Geschäftsmodelle. Das ist die dritte Säule, Private Equity.

Stichwort Venture Capital: Welche Startups gehören zu Ihrem Portfolio?

Frühphasig investieren wir in vielversprechende Unternehmen verschiedenster Branchen. Dazu gehören beispielsweise Startups aus der Lebensmittel- und Gastronomiebranche wie Mutti freut sich und Fresh Five Premiumfood. Zum Portfolio gehören aber ebenso SaaS- und Technologie-Unternehmen wie das Frankfurter FinTech CrowdDesk, das PropTech cunio Technologies und der Web-Analytics-Anbieter stetic. Kürzlich haben wir unser Portfolio mit dem DeepTech Robotik-Unternehmen Synapticon erweitert.

Zu unseren Gründungen in Eigenregie gehört beispielsweise prjcts, ein Unternehmen, mit dem wir den Eintritt in den Markt für Büromöbel vollzogen haben.

Was sind Ihre konkreten Wachstumsziele? Und wo steht die blueworld.group in fünf Jahren?

Unser primäres Ziel besteht darin, Werte in unseren Unternehmen zu schaffen. Um einen noch besseren Beitrag hierfür leisten zu können, werden wir unser Team kurzfristig auf etwa zehn, mittelfristig auf mehr als 20 Mitarbeiter aufstocken.

Natürlich ist es unser Anspruch, in fünf Jahren auf erfolgreiche Entwicklungen und womöglich auch den einen oder anderen weiteren Exit zurückzublicken, wenn uns ein solcher strategisch sinnvoll erscheint. Wir arbeiten zudem daran, dass all unsere Beteiligungen klimaneutral agieren und mit großem ökologischen und sozialen Bewusstsein handeln. Das beinhaltet unter anderem den ressourcenschonenden Einsatz sämtlicher Materialien und die Nutzung von emissionsfreien Mobilitätsangeboten auf der einen Seite sowie eine möglichst hohe Mitarbeiterzufriedenheit und bewusste Förderung der Gleichberechtigung in unseren Beteiligungen auf der anderen Seite.

Wie schätzen Sie das Potenzial unseres Startup-Standortes ein?

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet stehen im direkten Vergleich zu Berlin und München sicherlich etwas hinten an. Regionale Formate wie STATION, die Verbreitung von Coworking-Spaces sowie deren regionale Engagements, zahlreiche interessante Events und strategische Kooperationen tragen jedoch sichtlich dazu bei, Frankfurt weiter als bedeutenden Start-up-Standort zu etablieren. Als Investoren leisten wir natürlich gern einen Beitrag dazu, auch die Quote für Start-up-Finanzierungen in Rhein-Main zu steigern.

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