Frankfurter Food-Startup Lizza legt Exit an CREMER hin
Foto: Lizza. Vorne: Lizza-Gründer Marc Schlegel (l.) und Matthias Kramer (r.). Hinten: Höhle der Löwen-Juroren Carsten Maschmeyer (l.) und Frank Thelen (r.)

Großer Deal für Lizza: Dem aus der Höhle der Löwen bekannten Frankfurter Food-Startup gelang der Exit an die Peter Cremer GmbH & Co.KG, einem global agierenden Hamburger Familienunternehmen. Entgegen einiger (Medien-)Gerüchte bleiben die beiden Gründer Marc Schlegel und Matthias Kramer weiterhin als CEO und Anteilseigner an Board von Lizza. Das Unternehmen soll mit der Region FrankfurtRheinMain verbunden bleiben. Wir haben bei Gründer Marc Schlegel nachgefragt, wie es jetzt weitergeht.

„Lizza ist unser Baby. Da ist so viel Herzblut drin, natürlich wollen wir das nicht nach vier Jahren Arbeit einfach weiterverkaufen. Wir führen unser Baby nun “mit einem großen Papa” weiter, der sich auskennt, freut sich Schlegel über den Deal. Mit CREMER zusammen soll Lizza nun auf das nächste Level gehoben werden.

Eigentlich nur Kapitalerhöhung gesucht

Eigentlich habe das Startup nur Kapitalerhöhung gesucht, woraus sich dann aber die eine strategische Partnerschaft entwickelt habe, so Schlegel: „Zu Beginn gab es viele oberflächliche Dinge zu verbessern. Aber über die Jahre wird es fachspezifischer, frühphasige Investoren erreichen da ehrlicherweise ihren Grenznutzen. Das wurde uns nach unzähligen Gesprächen klar. Wir brauchten einen großen Partner, der sich am Markt auskennt und uns zum Beispiel mit seiner Produktexpertise unterstützt. Die Monate vor dem Deal waren sehr intensiv für uns und wir freuen uns jetzt auf die Lernreise mit CREMER.“

Ein Deal also, von dem beide Seiten profitieren, findet auch Investor Frank Thelen: „Die Symbiose aus agilem Startup und erfahrenem Marktführer ist für die weitere Wachstumsreise perfekt.”

Mehr Produkte entwickeln und die Internationalisierung vorantreiben

Und jetzt? Lizza will vor allem seine Produktpalette erweitern, obwohl diese schon weit mehr als Pizza abdeckt: Im Werk in Frankfurt produziert Lizza unter anderem Pizza und Toasties. Dieses Jahr soll es mehr in Richtung Snacking gehen, aber auch ein Prebake-Brot wird gerade entwickelt: „Alles, kohlenhydratarm, bio, vegan und glutenfrei“.

Auch im europäischen Raum fasst Lizza Fuß. In den DACH-Ländern vertreiben die Frankfurter schon über einen Online-Shop. Seit letztem Jahr testen sie so auch Großbritannien, Dänemark und die Benelux-Staaten an. „Aber wir machen uns da nicht zu viel Druck und nehmen uns die Zeit, die wir brauchen“, beruhigt Schlegel.

Trotz der vielen Neuerungen wollen die Lizza-Gründer Frankfurt nicht verlassen, so Schlegel: „Wir sind happy in Frankfurt und wir haben unsere Lizza-Factory hier, das bleibt auch so. Aber es wird natürlich von nun an einiges mehr an ICE-Reisen nach Hamburg geben.“

Angefangen an einem selbstgebauten Marktstand

Angefangen hat die Geschichte von Lizza eigentlich mit dem Plan der Gründer, eine App zu entwickeln. Als die beiden sich trafen, um über mögliche Konzepte zu reden, blieben sie bei der selbstgemachten Leinsamen-Pizza von Matthias Kramer hängen. Schließlich entwickelten die Gründer zusammen ihren gesunden Leinsamen-Pizzateig und verkauften ihn an selbstgebauten Marktständen.

Der große Durchbruch kam dann mit ihrem Auftritt im Jahr 2016 in der „Höhle der Löwen“. Frank Thelen und Carsten Maschmeyer investierten gemeinsam 150.000 Euro in das Startup. Nach der Ausstrahlung gingen in nur einem Tag über 20.000 Bestellungen bei Lizza ein. Außerdem wurden und Supermärkte auf Lizza aufmerksam. Thelen half dabei, das Online- und eCommerce-Geschäft auszubauen. Maschmeyer unterstütze mit seiner Marketing- und Vertriebsstruktur. Jetzt kommt der nächste Schritt für Lizza zu einem großen strategischen Partner.

Den Partner über einen Round Table gefunden

Die Partnerschaft mit Cremer kam über einen Round Table von Bridges and Links, einem Family Venture Network zustande. Bei dem Zusammenschluss mehrerer Hamburger Familienunternehmen, die junge Startups kennenlernen und sich mit ihnen austauschen wollen. Dabei war auch CREMER anwesend. „Daraus sind dann viele weitere Gespräche gefolgt und schließlich die Mehrheitsübernahme“, resümiert Schlegel.

CREMER ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Hamburg. Die Unternehmensgruppe macht mit 2.000 Mitarbeitern über drei Milliarden Euro Jahresumsatz. Dabei agiert sie global, unter anderem in den Bereichen Handel, Verarbeitung und Transport von Agrar- Roh- und Grundstoffen aktiv.

Zuletzt bleibt also von STATION noch zu sagen: Glückwunsch an das Lizza Team für diese tolle Erfolgsstory in der FRM-Region!

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