Werkzeug Weber: Tradition, die Innovation ermöglicht
Foto: Katrin Limes

Vanessa Weber übernahm bereits im zarten Alter von 22 Jahren die Geschäftsführung im elterlichen Familienbetrieb. Seit nunmehr 17 Jahren arbeitet die Aschaffenburgerin  jeden Tag daran, ihr Unternehmen – einst ein klassischer Werkzeughandel – zukunftsfähig aufzustellen. Insbesondere die Themen Gründung und Innovation liegen der 39-Jährigen besonders am Herzen.

Gegründet im Jahr 1948 ist die Firma Werkzeug Weber aus Aschaffenburg ein Familienbetrieb, dem man wahrlich das Etikett “traditionell” anheften kann. Das Unternehmen gehört zu den führenden Spezialisten, wenn es um Werkzeuge, Betriebseinrichtung und Betriebsausstattung sowie Arbeitsschutz oder auch Werkstattmaterialien geht. 

Als Vanessa Weber 2002 den Betrieb von ihrem Vater übernimmt, der gesundheitsbedingt kürzer treten muss, ist die Konstellation eine sehr spezielle: Eine junge Frau steht vor der Mammutaufgabe, sich in der Männerwelt Handwerk als Geschäftsführerin zu behaupten. In einem bereits sehr erfolgreichen Unternehmen, und in Zeiten, in denen der Begriff “Diversity” noch weit davon entfernt ist, ein gesellschaftlich relevantes Thema zu sein.

Webshop, Online-Katalog, Work-Life-Balance

Die heute 39-Jährige hat ihre Zweifler Lügen gestraft. Während andere Familienbetriebe Innovationen scheuen und häufig keine Nachfolgeregelung finden, ist Vanessa Weber jeden Tag mit der Transformation ihres Unternehmens beschäftigt. Fast schon selbstverständlich also, dass die Werkzeug Weber GmbH & Co KG auch einen erfolgreichen Webshop und Social Media Kanäle betreibt, Kataloge digital erhältlich sind und auch das Thema Work-Life-Balance eine wichtige Rolle spielt. 

Dass diese vermeintlichen Innovationen heutzutage mehr Standard als echter Fortschritt sind, ist auch Vanessa Weber bewusst. Um technologisch tatsächlich am Zahn der Zeit zu agieren, hat sie mit einigen Branchenkollegen das PVH FUTURE LAB ins Leben gerufen. Ziel ist es, als unabhängiges Forschungs- und Entwicklungslabor die Automatisierung im Produktionsverbindungshandel (PVH) voranzutreiben und disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Silicon Wadi als Quelle der Inspiration

Zwei konkrete Projekte hat das PVH FUTURE LAB bereits umgesetzt. Mit dem Rapid3D können Händler im PVH ihren Kunden ermöglichen, über eine eigene Online-Plattform individuelle 3D-Drucke in den unterschiedlichsten Materialien in Auftrag zu geben. Das jüngste Projekt hört auf den Namen Sellflixx und basiert auf einer künstlichen Intelligenz, das kundenindividuelle Produktvorschläge für die Beratung generiert, sowohl stationär als auch online.  

Um entsprechende Ideen in konkrete Lösungen umzusetzen, ist es nötig, über den Tellerrand hinauszublicken. Im Fall von Sellflix beispielsweise führte ein Besuch der Startup-Hochburg Tel-Aviv – auch bekannt als “Silicon Wadi” – zum Durchbruch in der Entwicklung. Die 7-köpfige Delegation um Vanessa Weber besuchte 15 Startups mit KI-Bezug und nahm entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung und Optimierung des eigenen Produktes mit.

Ängste und Schranken abbauen

Vanessa Weber ist sich bewusst, dass ihr Werdegang anderen Gründern als Vorbild dienen kann – sowohl aus persönlicher als auch aus unternehmerischer Sicht. Neben einer eigenen Kolumne beim Unternehmermagazin Impulse engagiert sie sich auch als Mentorin bei den Wirtschaftsjunioren Aschaffenburg, um dabei zu helfen, dass noch mehr Geschäftsideen tatsächlich auch umgesetzt werden. 

Bei “Gründen, Fördern, Wachsen”, einem Event des F.A.Z. Fachverlags, wird Vanessa Weber in Ihrem Vortrag am 14. November erklären, wie man es schafft, Ängste und Schranken im Kopf abzubauen und so seinen Traum als Unternehmer zu leben. Alle Infos und Tickets für die Veranstaltung gibt es hier: www.gruenden-foerdern-wachsen.de

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