EVANA: Digitales Herz für die Immobilienbranche
Die Köpfe hinter EVANA: Peter Moog (r.) und Sascha Donner (Foto: EVANA)

Mit seiner Software-Lösung will EVANA Akteuren aus der Immobilienbranche die Möglichkeit bieten, sämtliche Prozesse im Arbeitsumfeld eines Objektes über eine Plattform vollständig digital und schnittstellenfrei zu managen. Bei weitem keine Selbstverständlichkeit in einem Umfeld, in dem zahlreiche Abläufe nach wie vor analog stattfinden. Nachdem EVANA 2015 als Ausgründung einer Webagentur in Saarbrücken entstanden ist, befindet sich der Hauptsitz des PropTech-Unternehmens inzwischen in Frankfurt am Main. In Kürze steht nun die Markteinführung der neuesten Version der Software-Lösung auf dem Plan.  

Ziemlich verwundert war Peter Moog, als er vor ein paar Jahren das erste Mal Berührungspunkte mit der Immobilienwirtschaft hatte: Zwar wurde in der Branche schon immer sehr viel Geld bewegt, digitaler Wandel schien aber lange überhaupt kein Thema zu sein. “Bis heute laufen viele Prozesse in der Immobilienbranche analog ab. Dadurch sind diese oft sehr intransparent, zeitaufwendig und kostenintensiv. Auch, wenn man das kaum glauben mag: Es gibt Eigentümer und Fonds, die nicht wissen, wie viele Objekte sie besitzen oder verwalten oder wann die letzte Mieterhöhung stattgefunden hat”, schildert der 42-Jährige die Situation.

Ein vorherrschendes Problem in der Immobilienwirtschaft: Daten – und davon gibt es in diesem Segment einige – sind häufig nicht zentral einsehbar oder liegen in zahlreichen Fällen erst gar nicht vor. Das muss doch anders gehen – dachte sich auch Peter Moog. Mit dem klaren Anspruch, die Immobilienwirtschaft endlich ins digitale Zeitalter zu überführen, gründete er im Jahr 2015 EVANA. Zunächst alleine, ehe mit Sascha Donner nach ein paar Monaten ein Technik-Experte dazukam. Heute fungieren die beiden als Geschäftsführer eines gewachsenen Unternehmens mit 85 Mitarbeitern und siebenstelligem Umsatz.

“Ressourcen werden verschwendet”

Mit der aktuellen Plattform und der Nachfolgeversion EVANA360, die zeitnah gelauncht wird, richtet sich das Startup an die großen Asset- und Transaktionsmanager in der Immobilienbranche sowie Property Manager oder auch Rechtsberater. Bislang seien einzelne Zuständigkeitsbereiche durch den Einsatz unterschiedlicher Verwaltungssysteme häufig noch “künstlich getrennt, wodurch Ressourcen verschwendet werden”, so EVANA-Vorstand und Mitgründer Sascha Donner. Der Mehrwert durch EVANA: Alle, die im Umfeld einer Immobilie tätig sind, arbeiten unter identischen Voraussetzungen. So wird die Effizienz gesteigert, Schnittstellen werden überflüssig und alle Informationen sind jederzeit von jedem einsehbar.

Das Potenzial für Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen durch digitale Lösungen in der Immobilienwirtschaft ist laut Moog enorm. Und dennoch ist nach nach wie vor viel Grundlagenarbeit nötig, um potenzielle Kunden von den Vorteilen zu überzeugen. Da EVANA das Ziel verfolgt, Prozesse mit wachsender Datenbasis zu automatisieren, musste das Team zunächst eine qualitativ hochwertige Datenbasis aufbauen, um überhaupt starten zu können. Dafür wurden unzählige Dokumente in ein computerlesbares Format umgewandelt, um so die künstliche Intelligenz, die die Daten später strukturiert und analysiert, nach und nach anzulernen.

Umfassendste Lösung für weltweiten Markt

Die größte Herausforderung besteht laut Donner darin, branchenweit einen einheitlichen Datenstandard und gemeinsame Prozessstrukturen zu etablieren. “Erst dann kann künstliche Intelligenz zeigen, was sie kann. Das ist ein Thema, das alle digitalen Lösungen und damit auch ihre Anbieter und Nutzer betrifft. Denn Digitalisierung bedeutet ja auch Standardisierung”, meint der EVANA-Chef. Um dieses Thema hartnäckig voranzutreiben, hat sich EVANA kürzlich mit dem Beratungsunternehmen PwC als starkem Partner zusammengetan.

Nach eigenen Angaben ist EVANA bereits heute die umfassendste Lösung für den weltweiten Real Estate Markt. In den nächsten fünf Jahren soll insbesondere der paneuropäische Markt mit der Software-Lösung erschlossen werden. Der Standort Frankfurt spielt dabei laut Moog eine strategisch wichtige Rolle. “Wir profitieren von kurzen Wegen zu den wichtigsten Entscheidern der Branche und einer schnellen Anbindung an einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas. Außerdem verfügen wir in unserer Region über einen Pool an gut vernetzten Branchen-Insidern, die unser Unternehmen in den Kernbereichen verstärken können.”

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