HAUS61: CargoSteps startet Startup LAB für Logistiker
Foto: CargoSteps

CargoSteps zieht es im Frühjahr vom HOLM auf dem Flughafengelände in die Innenstadt. Das Team um CEO Rachid Touzani (r.) kehrt zurück in seine ursprünglichen Geschäftsräume auf der Kaiserstraße – jedoch nicht alleine, sondern gemeinsam mit sechs weiteren Startups. Mit HAUS61 launcht CargoSteps eine Initiative, die den Austausch von jungen Logistik-Unternehmen fördern und damit die gesamte Branchen-Community stärken soll. Das Credo: Jeder ist erwünscht, denn alles kann passieren.

Gemeinsam mit den drei Premiumpartnern Sovereign, Logistics 4 Pharma und QCS sowie zehn Basic Partnern stellt CargoSteps in den neu gestalteten Räumlichkeiten in der Kaiserstraße 61 ab April sechs Logistik-Startups für jeweils ein Jahr zwei Arbeitsplätze zur Verfügung. In ihrem “Startup LAB”, wie die Macher das neue Konzept selbst bezeichnen, ist aber auch jede andere Gründung mit Logistik-Bezug erwünscht. Denn, so betont CEO Rachid Touzani: “Wir wollen mit den Startups kein Geld verdienen, sondern Lösungen entwickeln, die Unternehmen helfen. Dafür kann man sich nie intensiv genug austauschen”.

Der 36-Jährige hat CargoSteps 2016 gemeinsam mit dem heutigen COO Murat Karakaya (Mitte) und Software-Spezialist Tom Anyz (l.) gegründet. In seinem Job als Express-Kurier war Touzani selbst jeden Tag mit den komplizierten, mehrstufigen Prozessen zwischen Auftraggebern, Speditionen und Fahrern konfrontiert. Gemeinsam mit Karakaya, der ihn neben dem Studium als Kurier unterstützte, entwickelte er eine GPS-basierte Software, die alle Beteiligten transparent und automatisiert darüber informiert, wo sich eine bestimmte Ware zu welchem Zeitpunkt befindet.

Renommierte Partner für technologischen Fortschritt

Mit seinem Produkt hat CargoSteps bereits heute eine Branche, in der Schnelligkeit das A und O ist, grundlegend verändert: Zum einen ist die Zeitersparnis immens, wenn die fortwährende Korrespondenz etwa mit dem Versender komplett wegfällt. Fast noch wichtiger ist der psychologische Effekt, wenn die gesamte Lieferkette in jeder Sekunde nachvollziehen kann, wo sich das Transportgut gerade befindet. Schließlich werden gerade von den Express-Kurieren, auf die CargoSteps spezialisiert ist, häufig sehr spezifische Waren wie Medikamente oder Ersatzteile befördert.

CargoSteps arbeitet derzeit mit über 1.000 Partnern in 22 Ländern zusammen, der US-Markt beispielsweise wird gerade erschlossen. Sein Produktangebot baut das sechsköpfige Team fortlaufend aus. Momentan ist eine Lösung in der Mache, die Leertransporte auf Rückfahrten deutlich minimieren soll. Darüber hinaus steht CargoSteps in regem Austausch mit renommierten Partnern wie der European Space Agency, um der Konkurrenz gerade technologisch einen Schritt voraus zu sein.

“Wollen Logistik sexy machen”

Mit dem Startup LAB, das für die teilnehmenden Unternehmen komplett kostenfrei ist, möchten die CargoSteps-Gründer auch ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. “Wir haben zahlreiche Fehler gemacht, die andere vermeiden können – wenn sie sich dieser denn bewusst sind”, erklärt Co-Founder Murat Karakaya. Darüber hinaus sei es im Interesse der gesamten Branche, wenn es ein gemeinsames Forum gibt. Denn das Thema Logistik sei komplex und kleinteilig – und der Bedarf an Austausch damit riesig.

Um auch den Standort Frankfurt für innovative Logistiker attraktiv zu machen, soll das neue Konzept von kreativen Teambuilding-Aktivitäten oder Ausflügen zu branchenfremden Unternehmen flankiert werden. Zum einen wisse man nie, was sich daraus ergebe, zum andern müsse die Logistikbranche ihr angestaubtes Image abstreifen. ”Wir wollen einen Kulturwandel vorantreiben und Logistik sexy machen”, so Rachid Touzani. Denn, so stellt er klar: “Die Logistikbranche ist der größte Arbeitgeber in Hessen. Es wäre fahrlässig, dieses Potenzial nicht zu nutzen.”

Interessierte Startups können sich unter www.haus61.com um einen Platz im Startup LAB bewerben.

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