SleevesUp!: Coworking-Anbieter mit Blick für das Wesentliche

In unserer Serie “Coworking in FrankfurtRheinMain” möchten wir euch die unterschiedlichen Konzepte in unserer Region näher vorstellen und sprechen mit den Machern, um mehr über ihre Visionen und Ideen zu erfahren. Heute ist SleevesUp! an der Reihe. Gründer Sebastian Schmidt ist es gelungen, im Schatten der großen Anbieter ein besonderes Coworking-Konzept in Frankfurt zu etablieren. Am Donnerstag ging in Sachsenhausen bereits der dritte Space an den Start.

Zum Thema Coworking kam Dr. Sebastian Schmidt “wie die Jungfrau zum Kinde”, so sagt er selbst. Die Geschichte geht so: Für sein erstes Startup RanX war er auf der Suche nach bezahlbaren Büroräumen, die man auch für einen kürzeren Zeitraum mieten konnte. In Rödelheim wurden sie fündig, allerdings war die Fläche mit geschlagenen 300 Quadratmetern deutlich zu groß. Die Lösung: Büromöbel kaufen, Arbeitsplätze einrichten und das ganze inklusive Küche und Reinigung zu einem festen Tarif vermieten. Das Business war geboren.

SleevesUp-Gründer Dr. Sebastian Schmidt

Das war 2016, SleevesUp! firmierte damals noch als ‘The Office Frankfurt’. Die Entwicklung hin zu einer echten Coworking-Kultur innerhalb eines Ökosystems wie wir sie inzwischen kennen, war noch ganz am Anfang. Auch ein Grund, dass Schmidt und sein Team ihr Angebot weniger an Kreative und Technologie-Startups als vielmehr an kleine und mittelständische Unternehmen richten. “Wir haben es hier mit einem spannenden Markt zu tun, der noch viel Potenzial hat”, ordnet Schmidt die Positionierung in der Coworking-Nische ein.

Der gemeinsame Nenner der Kunden von SleevesUp! ist laut Schmidt demnach nicht ein besonders innovatives oder disruptives Geschäftsmodell. Vielmehr beheimatet SleevesUp! kleine Teams aus eher traditionellen Branchen, die es zwar schätzen, an der Kaffeemaschine auch mal andere Gesichter zu treffen, in der Regel aber vor allem mit den eigenen Kollegen zusammenarbeiten. Entsprechend werden bei SleevesUp! geschlossene Räume deutlich häufiger angefragt als Einzelplätze im Großraumbüro.

Feierabendbier auch ohne Rahmenprogramm

Trotz des eher konventionellen Ansatzes findet auch bei SleevesUp! Austausch statt, allerdings nicht institutionalisiert wie bei anderen Anbietern. “Wir fördern die Community und die Vernetzung untereinander vor allem strukturell durch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen”, erklärt Schmidt. Durch die eher kleine Größe der Spaces wachse zudem automatisch eine Gemeinschaft, sodass auch bei SleevesUp! regelmäßig Coworker aus unterschiedlichen Firmen nach Feierabend noch bei einem Bier zusammensäßen.

Im Sommer will SleevesUp! weitere Flächen eröffnen, darunter einen 1.300-Quadratmeter-Space auf der Mainzer Landstraße. Aber auch außerhalb Frankfurts wollen Schmidt und sein Team wachsen, mit zehn bis 15 Coworking Spaces in den nächsten zwei Jahren plant der 30-Jährige insgesamt. “Die flexible Anmietung von ausgestatteten Arbeitsplätzen wird sicher einen beträchtlichen Teil des Büromarktes einnehmen. Dennoch werden konventionelle Rahmenbedingungen weiter Bestand haben”, schätzt Schmidt die Zukunft des Marktes ein und fügt hinzu: “Gerade Deutschland tickt hier etwas traditioneller.”

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