5 Fragen an… Phytoprove
Foto: Science4Life

Ein grüner Daumen ist keine Selbstverständlichkeit. Und auch Düngemittel sind nicht immer die beste Idee, wenn Pflanzen ertragreich und gleichzeitig gesund sein sollen. Damit auch Hobbygärtner ihre Pflanzen ideal versorgen können, hat das Frankfurter Startup Phytoprove eine Technologie-Lösung entwickelt, die Hard- und Software verbindet. Was genau dahinter steckt – 5 Fragen an die Gründer Thomas Berberich (l.) und Daniel Weber.

Wer seid ihr, was macht ihr und wie seid ihr zu dem gekommen, was ihr heute macht?  

Wir, Thomas Berberich und Daniel Weber, sind Biologen und haben nach vielen Jahren gemeinsamer molekularbiologischer und physiologischer Forschung an Pflanzen das Start-up Phytoprove Pflanzenanalytik aus dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt gegründet. 

Wie würdet ihr eure Geschäftsidee in maximal 3 Sätzen beschreiben?  

Sowohl professionelle Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbauer als auch Hobbygärtner beim Urban Gardening und im Haus- oder Kleingarten wie auch Landwirte wollen gesunde Pflanzen mit hohem Ertrag, weshalb gedüngt und künstlich bewässert wird. Gerade Düngemittel werden aber meist nicht bedarfsgerecht ausgebracht, was zur Fehlversorgung der Pflanzen, aber auch zu Umweltproblemen durch Überdüngung der Böden mit Gewässer und Grundwasserbelastung führt. Die Lösung bieten unsere Handgeräte, die  schnell und direkt an den Pflanzen deren Versorgungszustand messen und über eine App auf Smartphone oder Tablet übertragen, sodass genau nach Bedarf gedüngt werden kann.

Was war eure bisher größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war es für uns Wissenschaftler, einen vernünftigen Businessplan zu schreiben, der auch Geschäftsleute überzeugt, und natürlich die Finanzierung des Vorhabens. Für Ersteres konnten wir glücklicherweise die Unterstützung durch hervorragende Coaches aus dem Netzwerk von Science4Life (unser 2. Preis hat uns dort dieses Jahr viele Türen geöffnet) nutzen, die uns dabei halfen, dem Businessplan den letzten Schliff zu verleihen. Die Finanzierung stellt immer noch eine Herausforderung dar, wir sind aber auch hier schon weiter gekommen.

Wo seht ihr euch und euer Unternehmen in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir mit unseren Handgeräten weltweit im Markt vertreten sein. Wir wollen aber zudem innerhalb der nächsten drei Jahre unsere Messmethode soweit weiterentwickelt haben, dass wir mit an fahrenden Traktoren angebrachten Messplattformen den Düngezustand der Pflanzen in Echtzeit und punktgenau ermitteln können, um Düngemittel präzise und nach Bedarf auf den Acker zu bringen. Das bedeutet natürlich, dass wir bis dahin unser Team um mindestens fünf Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen erweitert haben werden.

Was verbindet euch mit der Metropolregion Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet? Und was tut sich in unserem Startup-Ökosystem?

Thomas Berberich ist in Frankfurt geboren, aufgewachsen, hat hier an der Goethe-Universität Biologie studiert, promoviert und habilitiert. Unterbrochen wurde dies durch zwei lange Forschungsaufenthalte in Japan, aber immer wieder ging´s zurück nach Frankfurt. Also ein waschechter Frankfurter mit Vorliebe für Äppelwoi und Handkäs´. Daniel Weber zog es nach einer kaufmännischen Ausbildung aus der Nähe von Karlsruhe zum Studium nach Frankfurt, und nach über zwanzig Jahren darf er jetzt ruhig auch als Frankfurter bezeichnet werden.

Für uns als Start-up aus den Naturwissenschaften bietet Frankfurt/Rhein Main ideale Bedingungen mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, den Universitäten und Hochschulen, aber auch wegen der Wirtschaftsunternehmen und der IHK-Frankfurt mit ihren Angeboten für Unternehmensgründer. Das heißt, dass zum Beispiel bei zukünftiger Personalplanung mit Sicherheit hochqualifizierte neue Mitarbeiter*innen gefunden werden können. Unsere Partner kommen alle aus der Region. Zur Prototyp-Entwicklung konnten wir ein kompetentes Ingenieurbüro in der Umgebung von Darmstadt finden, die Kreativagentur, die uns bei der Entwicklung des Produktdesigns, des Produktnamens und auch beim Product-Launch begleitet, ist ein renommiertes Frankfurter Unternehmen. Kurze Wege zu unseren Partnern und persönliche Gespräche sind uns wichtig, auch wenn heute Videokonferenzen durchaus die eine oder andere Fahrt ersetzen können.

Das Frankfurter Startup-Ökosystem haben wir bisher nicht recht kennengelernt, was an der Thematik unseres Projekts liegen mag; hier entstehen ja sonst eher Fintech- oder Dienstleistungs-Startups (so zumindest unser Eindruck), mit denen wir nur geringe Überschneidungsbereiche haben und von denen wir nicht viel mitbekommen.

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