Sie sind unter den sechs Finalisten für den “Startup of the Year” Award 2025: Green Elephant Biotech. Green Elephant Biotech entwickelt skalierbare und nachhaltige Bioprozesslösungen wie den CellScrew®-Bioreaktor, um die Zellkultur für die Herstellung von Zell- und Gentherapien in der Pharma-Industrie effizienter und umweltfreundlicher zu machen.
Frankfurt Forward ist der unabhängige Matchmaker und Impulsgeber für das Startup-Ökosystem FrankfurtRheinMain und ein Projekt der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Die hochkarätige Frankfurt Forward Jury, bestehend aus führenden CEOs der Region, hat in ihren Jurysitzungen sechs vielversprechende Startups aus FrankfurtRheinMain ausgewählt. Threedy und fünf weitere Finalisten treten nun am 19. November 2025 gegeneinander an, um den Titel “Startup of the Year 2025” zu gewinnen.
Dieses Interview mit den Gründern Dr. Joel Eichmann und Felix Wollenhaupt entstand in Kooperation mit Frankfurt Forward. Es ist Teil unserer Serie “Frankfurt Forward Finalisten”.
Welches Problem wollt Ihr mit Green Elephant Biotech lösen?
Wir wollen die Produktion von Zell- und Gentherapien einfacher, kostengünstiger und nachhaltiger machen. Adhärente Zellkulturen sind heute oft ein Engpass in der Herstellung – teuer, personalintensiv und schwer zu skalieren. Unser Ziel ist es, mit unserer CellScrew-Plattform eine industrielle Lösung anzubieten, die es erlaubt, diese Therapien für Millionen an Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen – ohne riesige Investitionen in neue Anlagen und ohne unnötige Abfallmengen.
Wer steckt hinter der Idee? Erzähle uns von euch, was Ihr bislang gemacht habt und wie es zur Gründung kam.
Gegründet wurde Green Elephant Biotech Ende 2021 von Dr. Joel Eichmann und Felix Wollenhaupt. Die Kultivierung der später als Produkt oder als Ausgangsorganismus für ein Produkt genutzten Zellen stellt aktuell einer der größten und teuersten Faktoren der Herstellung von personalisierten Therapien, wie z.B. Zell- und Gentherapien (CGT), dar. Die Prozesse basieren auf der Verwendung von entweder massiven Mengen an kleinen Gefäßen oder auf komplexen Systemen mit intensiven Prozessoptimierungsschritten.
Während der Promotion kam Joel erstmalig in Kontakt mit der Problematik der skalierbaren Zellkultur. Ausschlaggebend für die Gründung war lustigerweise ein Wasserspielplatz-Besuch mit seiner Nichte; hier kam ihm die zündende Idee für die innere Struktur: Archimedische Schrauben, mit der sich eine neuartige Bioreaktorstruktur konstruieren ließ. Joel, der zu der Zeit bei GSK arbeitete, kontaktierte Felix, der bereits vorher ein Startup gegründet hatte und zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre als Unternehmensberater bei PwC tätig war. Beide entschieden sich ihre Vollzeitjobs zu kündigen und konnten kurze Zeit später eine erste Finanzierungsrunde einsammeln.
Was sind die größten Stärken von Green Elephant Biotech?
Unser Fokus auf das Wesentliche und unsere Bodenständigkeit. Wir entwickeln eine patentierte Technologie, die nicht nur funktioniert, sondern sich tatsächlich in bestehenden Produktionsumgebungen einsetzen lässt – ohne riesige Umbauten und unseren Kunden bereits heute erhebliche Einsparungen an manuellen Prozessschritten und Kosten ermöglicht.
Dazu kommt unser Engagement für Nachhaltigkeit: Wir verwenden pflanzenbasiertes PLA für Einwegprodukte und wollen zeigen, dass Effizienz und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Und nicht zuletzt unser Team: Wir sind mit 20 Personen noch relativ klein, aber haben ein ehrgeiziges und äußerst fähiges Team. Immer wieder bin ich beeindruckt von dem „Drive“ und der Motivation jeder(s) Einzelnen.
Wie geht es mit deinem Startup weiter? Wie sehen die kurzfristigen und langfristigen Schritte aus?
Kurzfristig wollen wir die bestehende Kundenbasis in Europa mit unseren beiden nachhaltigen Produkten – der CellScrew und den 96-Well-Platten – weiter ausbauen. Parallel entwickeln wir eine Automatisierungsplattform, um die Arbeitsschritte auf Kundenseite drastisch zu reduzieren. Langfristig wollen wir zum Standard werden für die Herstellung von Zell- und Gentherapien – ein System, das flexibel, skalierbar und nachhaltig ist und in Forschung, klinischer Produktion und schließlich in der kommerziellen Versorgung genutzt wird.
Von den Höhe- und Tiefpunkten einer Gründung: Wie lautet deine größte Lessons Learned?
Eine Gründung ist wie eine Achterbahnfahrt. Es braucht auch eine gewisse Naivität, um überhaupt zu starten – denn man kann sich vorher gar nicht ausmalen, welche Art von Problemen wirklich auf einen zukommen werden. So haben im Fundraising anfangs viele Fehler gemacht, die wir rückblickend einfach hätten vermeiden können.
Man muss bereit sein, immer wieder neu zu lernen und sich auf Überraschungen einzustellen. Gleichzeitig ist es unglaublich erfüllend, gemeinsam im Team an der Lösung eines solch bedeutsamen Problems zu arbeiten und zu sehen, wie aus einer Idee ein Produkt wird, das echten Mehrwert schafft.
Welches Buch oder Tool siehst du als ein Must-Have für Startups?
Buch: Zero to one (Peter Thiel)– old but gold;
Ansonsten: Ein simples, gut gepflegtes Notion- oder Trello-Board. Transparente Priorisierung schlägt jedes schicke Tool.
Bitte vervollständige folgenden Satz: FrankfurtRheinMain ist für mich….
…eine Region voller Industrie- und Finanz-Know-how, die dringend mehr mutige Biotech-Gründungen braucht. Wir freuen uns, hier Teil dieser Bewegung zu sein.
FRANKFURT FORWARD | STARTUP OF THE YEAR AWARD 2025

Am Mittwoch, den 19. November 2025, treten sechs vielversprechende Startups in Frankfurt gegeneinander an, um den begehrten Titel “Startup of the Year 2025” zu gewinnen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der EURO FINANCE WEEK und in erneuerter Kooperation mit der dfv Euro Finance Group statt. Den sechs Finalisten, Green Elephant Biotech, HCP Sense, Hyting, Illutherm, Myoact und OMC°C wird eine exklusive Bühne geboten, um ihre Visionen und innovativen Geschäftsideen in einem Pitch vorzustellen.
Das Publikum und die hochkarätige Jury von Frankfurt Forward entscheiden gemeinsam über den Jahressieger. Neben den Pitches erwarten die Besucher Einblicke in erfolgreiche Matchmakings und Impulse aus dem Netzwerk von Frankfurt Forward. Neben den Pitches erwarten die Besucher Einblicke in erfolgreiche Matchmakings und Impulse aus dem Netzwerk von Frankfurt Forward. Im Anschluss lädt das After-Award Networking dazu ein, das neue “Startup of the Year 2025” bei einem Flying Dinner und Frankfurter Spezialitäten zu feiern.
Veranstaltungsort: Steigenberger Icon Frankfurter Hof, Frankfurt am Main
Beginn: 18:00 Uhr
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Weitere Beiträge
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