hubitation: Wo Immobilien und Innovation zusammenfinden
Christine Braun, Head of Innovation (Foto: hubitation)

Im Deutschen Architekturmuseum wird die Naussauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) beim hubitation contest am Donnerstagabend wieder vielversprechende Proptech-Startups auszeichnen und ihnen die Möglichkeit bieten, ihr jeweiliges Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Zudem wird hubitation, der Accelerator der NHW, die diesjährige Startup SAFARI als Sponsor für das Proptech-Vertical begleiten. Gründe genug also für ein ausführliches Gespräch mit Christine Braun, Head of Innovation bei hubitation

Christine, du bist Head of Innovation bei hubitation. Kannst du uns in zwei Sätzen erklären, was deine Aufgabe ist?

hubitation ist die Schnittstelle und ich bin die Übersetzerin – zwischen der Wohnungswirtschaft auf der einen und den Startups und neuen Technologien auf der anderen Seite. Für Innovation, für Kulturwandel, für das Wohnen der Zukunft. 

hubitation ist der Accelerator der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. Hole uns nochmal kurz ab: Was ist die Mission eurer Muttergesellschaft?

Ganz genau, wir sind als sogenannter Accelerator der Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt (NHW) die jüngste Marke der Unternehmensgruppe. Mit rund 60.000 Wohneinheiten bietet und verwaltet die NHW Wohnraum für über hunderttausend Menschen und zählt damit zu den größten Wohnungsunternehmen Deutschlands. Als ‚Landesgesellschaft mit sozialem Auftrag‘ schaffen wir hauptsächlich sozialen Wohnraum und engagieren uns darüber hinaus unter anderem im Quartiers- und Sozialmanagement. Auch in Zukunft will die NHW für ihre Mieterinnen und Mieter lebenswerte Umwelten schaffen. Die Branche und damit auch unsere Unternehmensgruppe steht dabei vielen neuen Trends und Herausforderungen gegenüber, welche wir mitdenken müssen. 

Und deshalb wurde hubitation ins Leben gerufen…

Um hier am Puls der Zeit zu bleiben, wurde vor knapp zwei Jahren hubitation ins Leben gerufen. Viele kreative und inspirierende Ideen und Produkte rund um das Wohnen der Zukunft sind im innovativen Ökosystem zu Hause. hubitation schlägt die Brücke zu diesen Innovationen, indem ein Raum geschaffen wird, in welchem sich Startups, Gründerinnen junge Unternehmer mit den Mitarbeitenden der NHW auf Augenhöhe treffen. 

Wie gestaltet sich der Austausch zwischen euch und den Startups?

Die Startups profitieren von unserer Offenheit ebenso wie von unserer Erfahrung, mit mittlerweile knapp 100 Jahren Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig profitieren wir von den neuen Ideen, dem Unternehmergeist und dem Einblick in neue Arbeits- und Kommunikationswelten. Nicht umsonst ist unser Motto: „Wenn Innovation auf Erfahrung trifft, nennen wir das hubitation“ – mit dem Ziel einer win-win-win Situation, denn am Ende geht es um das Wohlbefinden unserer Mieterinnen und Mieter. 

Gefühlt ist der Proptech-Sektor ein Bereich, in dem momentan extrem viel passiert. Würdest du diesen Eindruck bestätigen?

Den Eindruck würde ich auf jeden Fall bestätigen. Vor meiner Rolle bei hubitation war ich selbst in der Startup-Branche unterwegs – und erst jetzt wird mir bewusst, wie breit der Proptech-Sektor ist. Ich würde sogar behaupten, viele Startups wissen gar nicht, wie interessant sie auch für die Wohnungsbranche sind. Hier kann hubitation auch als Türöffner fungieren. Das beste Beispiel dafür ist Fresh Energy, einer der beiden Gewinner vom letzten Jahr – vor hubitation war deren Zielmarkt die Energiewirtschaft und jetzt machen wir mit ihnen einen Piloten. Und gleichzeitig lässt sich beobachten, dass es auch immer mehr Inkubatoren und Accelerators gezielt für Proptechs gibt – es tut sich also einiges! 

Warum bieten Innovationen im Immobilien-Umfeld so großes Potenzial? Wie ist die Marktsituation in Deutschland?

Innovationen und die Immobilienbranche – das waren lange zwei Unbekannte. Und genau da liegt meiner Meinung nach das große Potenzial. Wenn die Branche auch aus sich heraus eine sehr träge ist – wir wechseln unseren Wohnraum schließlich nicht wie unsere Smartphones – wollen und müssen wir uns den gesellschaftlichen Entwicklungen stellen, wie der demografische Wandel, Digitalisierung, neue Wohn- und Arbeitswelten, der Flächendruck in Städten, die Klimabewegung,… ich könnte hier munter weitermachen. 

Das heißt in der Konsequenz, dass wir uns eben wegen dieser langen Wertschöpfungsketten und Lebenszyklen schon heute Gedanken um unseren Wohn- und Lebensraum von morgen machen müssen. Und genau diese Langfristigkeit macht es den Startups natürlich nicht einfach. Ganz hart ausgedrückt, könnte man sagen: Was für uns ein normaler Projektzyklus ist, das muss ein Startup erst mal überleben… Darin liegt, ganz wertfrei, die Herausforderung für beide Seiten – und darum gibt es hubitation!

Das Thema “Wohnen” ist ja nun ein sehr großes Feld…

Wichtiger Punkt – wie ich vorhin schon meinte, wissen manche Startups gar nicht, dass wir potenziell eine interessante Kundengruppe für sie sind. Neben dem klassischen Wohnungsbau muss mit den Mieterinnen und Mietern kommuniziert werden, Mietprozesse müssen verwaltet und Immobilien modernisiert und instand gehalten werden. Außerdem vereinen wir als Unternehmensgruppe noch Bereiche wie Stadtentwicklung, Quartiers- und Sozialmanagement, Energieversorgung oder beschäftigen uns mit Mobilitätskonzepten. Und am Ende wollen wir auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber bleiben und behalten dabei auch unsere eigenen Unternehmensprozesse im Blick. Daher adressieren wir mit hubitation eine sehr große Bandbreite an Startups und Innovationen. 

Welche Möglichkeiten gibt es für Startups, gemeinsam mit euch am Geschäftsmodell zu arbeiten?

Wir sind bei hubitation ganz bewusst offen für Bewerbungen von Startups zu jedem Thema und in jeder Phase. Genau aus diesem Grund haben wir auch unterschiedliche Formate eingeführt. 

Für Ideen oder Startups in einer sehr frühen Phase gibt es die Möglichkeit, sich eine exklusive Einschätzung für mögliche Marktpotenziale im Immobilienbereich einzuholen – beim Lunch mit unserer Geschäftsführung. Über das sogenannte ‚Mentoring‘ können hilfreiche Tipps und Insights eingeholt werden. Dafür kann man sich ganzjährig per Video bewerben. Für Startups mit fertigen Konzepten und konkreten Produkten oder Dienstleistungen empfehlen wir die Bewerbung für unseren jährlichen hubitation Contest – Bewerbungsschluss ist der 31. Mai. 

Wie ist euer Accelerator-Programm aufgebaut, mit welchen Institutionen / Mentoren kooperiert ihr, welche Meilensteine gibt es?

Beim hubitation Contest wählen wir gemeinsam mit unserer Geschäftsführung aus allen Videobewerbungen die überzeugendsten Startups aus und laden sie – getreu unserem Versprechen, einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe – für eine Woche nach Frankfurt ein. Innerhalb der hubitation startup week geht es ganz explizit darum, gemeinsam mit den entsprechenden Fachexpertinnen und -experten aus der Unternehmensgruppe die Grundlagen für ein gemeinsames Pilotprojekt zu erarbeiten. Dabei kooperieren wir auch mit verschiedenen Partnern aus der Region. So sind wir in diesem Jahr zum zweiten Mal im Social Impact Lab zu Gast und für das Pitch-Training haben wir uns die Experten vom Pitch Club Frankfurt eingeladen. Außerdem sorgen wir bei jeder Gelegenheit für Sichtbarkeit über unsere Social Media Kanäle und allerlei Netzwerkmöglichkeiten in die Wohnungswirtschaft hinein. 

Als Highlight der startup week werden dann die Pilotprojektideen vor Jury und Publikum präsentiert. Hier entscheidet sich, wer von den Finalisten mit der NHW zur EXPO REAL, der größten Immobilienmesse Europas, fahren wird – zum Präsentieren und Netzwerken auf unserem Stand. Im Idealfall gehen wir nach einer erfolgreichen startup week in die Umsetzung der Pilotprojektideen, woraus sich dann natürlich für alle Beteiligten weitere Meilensteine ergeben.

Gibt es Alumni aus der Region, die sich in ihrem jeweiligen Umfeld etabliert haben?

Ein Finalist aus dem letzten Jahr ist das Frankfurter HR-Startup TalentZ. Sie haben gerade letzte Woche ihre neue Plattform gelauncht und konnten auch schon ein paar Pilotprojekte mit namhaften Unternehmen initiieren, z.B. mit der Deutschen Lufthansa AG. Auch sind wir von der NHW im Nachgang zum letztjährigen Contest mit TalentZ im Gespräch. Und zu guter Letzt noch ein kleiner Teaser für die finals am Donnerstag: sphira ist unter den diesjährigen Finalisten.

Mit hubitation werdet ihr in diesem Jahr außerdem die Startup SAFARI FrankfurtRheinMain unterstützen und begleiten. Was ist für euch das besondere an diesem Event? Und auf was dürfen sich die Besucher freuen? 

Das besondere an der Startup SAFARI ist meiner Meinung nach, dass hier – wie auch bei hubitation – verschiedene Welten aufeinandertreffen und sich gegenseitig inspirieren. Unsere Region hat ein spannendes Startup-Ökosystem und eben auch im PropTech Bereich tut sich immer mehr. Da sind wir natürlich gerne mit dabei und freuen uns insbesondere, dass wir gemeinsam mit euch das Thema Rahmen des Vertical Track PropTech der Startup SAFARI noch ein bisschen prominenter machen.

Bei unserer eigenen Session im Hauptgeschäftsgebäude der NHW laden wir ein zum Rundumblick bei hubitation – Rückblick auf die bisherigen 1,5 Jahre von hubitation, mit unseren 2 Contests, über 80 Bewerbungen, 15 Finalisten, 2+X Gewinnern und 4+X Pilotprojekten, Einblick in die Prozesse und Pilotprojekte und Ausblick auf das, was kommt. Und natürlich wird es ausreichend Gelegenheit zum Austauschen mit dem hubitation Team und unseren NHW-Kolleginnen und -Kollegen geben. Wir freuen uns drauf!

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