5 Fragen an… CAPTIQ
Foto: CAPTIQ

Bereits im Mai gab das Frankfurter Startup CAPTIQ bekannt, dass in einer Finanzierungsrunde 15 Investoren an Bord geholt werden konnten. Nun verkünden die Macher der Kreditplattform für Kammerberufler eine Kooperation mit dem Versicherungsmakler Hoesch & Partner. Gründe genug, euch CAPTIQ näher vorzustellen – 5 Fragen an die Gründer Soraya Braun und Lorenz Beimler.

Wer seid ihr, was macht ihr und wie seid ihr zu dem gekommen, was ihr heute macht? 

Wir sind Soraya Braun und Lorenz Beimler, Co-Founder und Co-CEOs von CAPTIQ. Wir bieten eine Online-Kreditplattform für Kammerberufler an. Dazu zählen Ärzte, Apotheker, Architekten, Steuerberater oder Juristen. Unsere Idee ist originär aus einer Marktbeobachtung entstanden: Wir kennen einen Kinderarzt aus dem Saarland, der vor knapp zwei Jahren eine Praxis eröffnen wollte und eine Kreditabsage von seiner Hausbank erhalten hat. Eine passende alternative Finanzierung – Anbieter gibt es in Deutschland ja zu genüge – haben wir nicht gefunden. Das hat uns erstmal sehr gewundert. Nach etwas Recherche wurde uns klar, dass dies an der speziellen Rechtsform des Kinderarztes und der meisten Kammerberufler liegt. Diese gründen aufgrund einer Gewerbesteuerbefreiung zumeist eine nicht-bilanzierende Rechtsform, sind also beispielsweise Freiberufler. Das bedeutet aber auch, dass keine Finanzzahlen, etwa in Form von Jahresabschlüssen, veröffentlich werden. Viele alternative Online-Kreditplattformen für Geschäftskunden arbeiten mit Algorithmen, die möglichst standardisiert eine Bonität ermitteln. Das funktioniert bei einer HBG-Bilanz sehr gut. Bei Freiberuflern wird man aber mit einem Datenbeschaffungs- und Validierungsproblem konfrontiert, weshalb zum Beispiel Freiberufler ab einem gewissen Darlehensbetrag keine alternative Finanzierung finden. So ist die Idee für CAPTIQ entstanden. CAPTIQ ist übrigens ein Akronym aus Captial & IQ. 

Wie würdet ihr eure Geschäftsidee in maximal 3 Sätzen beschreiben?  

Eine echte End-to-End Kreditplattform, die sich über die Emission einer Luxemburger Note bei institutionellen Anlegern refinanziert und sich so massiv vom Wettbewerb, der maßgeblich durch Crowdlending und -investing einerseits und von aufsichtsrechtlich unregulierten Strukturen andererseits geprägt ist, abheben kann. Im Ergebnis können wir unser Produkt auf beiden Seiten – Kreditvergabe und Investmentvehikel – schneller, günstiger und dennoch aufsichtsrechtlich konform anbieten.

Was war eure bisher größte Herausforderung?

Die Suche nach Investoren war für uns eine sehr große Herausforderung, da wir vor Markteintritt über eine halbe Million Startkapital gesucht haben. Ohne den sogenannten „Proof-of-Concept“ muss man enorm viel Überzeugungsarbeit leisten und sich als Personen beweisen. Mittlerweile konnten wir die erste Finanzierungsrunde mit 15 erfahrenen Investoren schließen. 

Wo seht ihr euch und euer Unternehmen in 5 Jahren?

Kammerberufler sind vermehrt mit einem zu Unrecht kreditrationierten Markt konfrontiert. Das betrifft vorwiegend Gründer und kleine Darlehensbeträge von unter 100.000 Euro, die aufgrund der hohen regulatorischen Anforderungen und der niedrigen Zinserträge für herkömmliche Banken wirtschaftlich unattraktiv sind. Unsere Lösung ist einfach, schnell und digital. CAPTIQ wird in 5 Jahren die erste Anlaufstelle für Kammerberufler in Finanzierungsangelegenheiten sein.

Was verbindet euch mit Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet? Und was tut sich in unserem Startup-Ökosystem?  

Für uns ist Frankfurt der ideale Standort. Die Nähe zu den Banken und die Infrastruktur sind ideal. Im Startup-Ökosystem tut sich enorm viel. Ein Beispiel ist das stark wachsende TechQuartier, wo auch wir Mitglieder sind. 

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