Soziales Startup aus Frankfurt: Nächster Gründerpreis für ZuBaKa

Mit den Creator Awards zeichnet WeWork Gründer, Künstler und NGOs aus, die für einzigartige Ideen stehen. Neben Arbeitsplätzen in den Coworking Spaces erhalten die Gewinner Preisgelder, die der Weiterentwicklung ihrer Vision zugute kommen sollen. Bei den deutschen Awards wurde in diesem Jahr auch ein Startup aus Frankfurt geehrt: Für ihr soziales Projekt ZuBaKa erhielten Gründerin Anna Meister und ihr Team den Nonprofit Award, der mit 15.000 Euro dotiert ist.  

Die Abkürzung “ZuBaKa” steht für Zukunftsbaukasten und beschreibt einen aus verschiedenen Teilprojekten bestehenden Lösungsansatz, mit dem Jugendlichen aus fremden Ländern der Eingewöhnungsprozess im Rahmen von Intensivklassen erleichtert werden soll. Ziel ist es, in individueller Abstimmung mit den Schulen eine langfristige Ergänzung zu den vorhandenen Strukturen zu bieten und so auch die Lehrkräfte zu entlasten.

ZuBaKa-Gründerin Anna Meister

Wie herausfordernd die Betreuung einer Intensivklasse ist, in der junge Menschen mit jeweils unterschiedlichen Vorkenntnissen und kulturellen Prägungen aufeinander treffen, hat ZuBaKa-Gründerin Anna Meister selbst erlebt. An einer Hauptschule im Frankfurter Stadtteil Höchst war sie vor einigen Jahren selbst als Lehrkraft tätig – und zumeist auf sich gestellt. “Hier begann ich darüber nachzudenken, was Schulen nicht leisten können und was man zusätzlich anbieten kann”, erklärt die 33-Jährige rückblickend.

Vorzeigemodell für andere Regionen

Meister stürzte sich in die Arbeit und leitete aus den Bedürfnissen der Schüler vier Zusatzbausteine ab: Ankommen in Schule & Land, Vorbereitung auf Praktikum & Beruf, Kennenlernen & Vernetzen sowie Übergang in die Regelklasse. Gemeinsam mit anderen Akteuren an der Schule setzte sie diese Zusatzmodule direkt in Höchst um. So erfolgreich, dass das Konzept des Zukunftsbaukastens anschließend mit dem Cranach-Preis ausgezeichnet wurde.

Bestätigt in ihrer Annahme, dass Bildungseinrichtungen mit Intensivklassen in genau diesen Bereichen externe Unterstützung benötigen, startete ZuBaKa als Pilotprojekt an drei weiteren Frankfurter Schulen. Mittlerweile sind es insgesamt sieben, mit denen das Startup kooperiert. “Unser primäres Ziel ist, unsere Präsenz in Frankfurt so auszuweiten, dass wir ein Modell schaffen, das auf andere Regionen übertragbar ist”, so Meister zu ihren Zukunftsplänen.

Bedarf an Unterstützung nach wie vor hoch

Da ZuBaKa als gemeinnützige GmbH firmiert, sind die gebürtige Bensheimerin und ihr Team auf Spenden und Preisgelder angewiesen, um wachsen zu können. Langfristig möchte man nicht nur mit Schulen kooperieren, sondern auch Zusatzbausteine etwa für ausbildende Betriebe entwickeln, um die Integration ausländischer Arbeitskräfte zu erleichtern. So sollen dann auch wirtschaftliche Einnahmen erzielt werden.  

Vor dem Creator Award wurde ZuBaKa in diesem Jahr bereits mit dem Special Impact Award der KfW ausgezeichnet. Derzeit besteht das Team aus 12 Menschen, von denen zwei in Vollzeit tätig sind. Die Übrigen unterstützen das Projekt als Minijobber, Werkstudenten oder Ehrenamtliche. Sie alle werden dringend benötigt, denn: Auch wenn der Bedarf an Intensivklassen nicht mehr so hoch ist wie etwa 2015, als eine große Zahl Geflüchteter innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland kam, gab es im letzten Schuljahr laut Meister alleine in Hessen 32.000 Jugendliche, die eine entsprechende Unterstützung benötigen.