Boozt your Business Spotlight: HCP Sense
HCP Sense Team. Bildquelle „Ivgenia Moebus Photography“

Boozt your Business ist ein Mentoring-Programm für junge Tech-Unternehmen aus der Region FrankfurtRheinMain. Mit Zühlke, der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMainSTATION und Momentum stehen hier gleich vier starke Partner zur Seite. In dieser Artikelreihe stellen wir Alumni Startups vor, die am BYB Programm teilgenommen haben – mit ihren Ideen, Herausforderungen und Learnings.  Diesmal mit dabei: Georg Martin, Ansgar Thilmann und Tobias Schirra von HCP Sense.


Die aktuelle Bewerbungsphase für den 9. Batch des Boozt your Business Mentoring Programms läuft noch bis 30. April 2026. Hier ist der Bewerbungslink. Das Mentoring-Programm richtet sich in diesem Jahr gezielt an Startups mit Fokus auf Energie. 


Stellt euch und euer Startup bitte kurz vor.

Wir sind HCP Sense, ein Deep-Tech-Startup aus Darmstadt, das 2021 als Spin-off der TU Darmstadt gegründet wurde. Wir entwickeln eine neue Generation von Sensorik zur Überwachung von Wälzlagern – dem oft übersehenen, aber kritischen Herzstück von Pumpen, Kompressoren, Ventilatoren und vielen anderen Maschinen, die rund um die Uhr laufen müssen. Unser Sensor wird direkt in die Maschine integriert und überwacht kontinuierlich den Schmierungszustand des Lagers – unabhängig von Bauform, Schmierstoff oder Lagergröße. Mittels Edge-Computing und KI-gestützter Auswertung ermöglichen wir echte Predictive Maintenance: Wir erkennen nicht erst Schäden, wenn sie bereits eingetreten sind, sondern überwachen ihre Ursachen – allen voran die Schmierung. Damit lassen sich Maschinenausfälle proaktiv verhindern und Lebenszykluskosten um mindestens 24 % senken. Zu unseren Kunden zählen heute sowohl DAX-Konzerne als auch zahlreiche mittelständische Unternehmen

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, HCP Sense zu gründen?

Die Idee entstand an der TU Darmstadt, wo Georg und Tobias gemeinsam an einem Forschungsprojekt zur Schadensüberwachung in Bahnanwendungen gearbeitet haben. Nach Abschluss des Projekts saßen beide abends zusammen – und hatten den entscheidenden Gedanken: Was, wenn man keine zusätzliche Sensorik braucht, sondern das Lager selbst zum Sensor macht?

Dieser Moment war der Startschuss. Beide vertieften ihre Forschung in diesem Bereich parallel zu ihrer Promotion und beantragten den EXIST Forschungstransfer des Bundeswirtschaftsministeriums – eine Förderung, die Ausgründungen aus Hochschulen gezielt unterstützt. Damit war HCP Sense geboren.

Der entscheidende Markttest kam auf der HANNOVER MESSE: Dort präsentierten wir unsere erste Demo und fragten Messebesucher direkt, ob sie ein solches Produkt kaufen würden. Das Feedback war eindeutig – und hat uns den Mut gegeben, den nächsten Schritt zu wagen. Mittlerweile sind wir fünf Jahre am Markt.

Die letzten Monate wart ihr Teil des Boozt Your Business Mentoring Programms. Wie lief das Mentoring für euch ab?

Das Mentoring war für uns ein strukturierter, aber sehr praxisnaher Prozess. Wir haben uns regelmäßig mit einer Gruppe erfahrener Berater von Zühlke zusammengefunden. In jeder Session haben wir zunächst unsere aktuellen Fragen und Themen vorgestellt – vor allem rund ums Produktmanagement – und dann gemeinsam diskutiert.

Was uns besonders wertvoll war: Die Mentoren haben nicht einfach Antworten geliefert, sondern gezielt nachgefragt, Methoden vorgeschlagen und uns dann konkrete Hausaufgaben mitgegeben. Beim nächsten Treffen haben wir anhand der Ergebnisse weitergemacht und die nächsten Schritte festgelegt. Es war echtes Coaching – iterativ, strukturiert und immer nah an unserem konkreten Alltag.

Welcher Aspekt des Programms hat euch den größten „Boozt“ gegeben?

Definitiv die Kombination aus kritischer Reflexion und konkreten Werkzeugen. Unsere eigenen Erfahrungen und Annahmen mit erfahrenen Beratern zu spiegeln, die den Finger in die Wunde legen und unbequeme Fragen stellen – das war Gold wert.

Aber der vielleicht nachhaltigste Effekt: Wir haben handfeste Methoden und Tools für unser Produktmanagement an die Hand bekommen. Das hat dazu beigetragen, unsere internen Prozesse zu verbessern und vor allem die Kohärenz zwischen unseren strategischen Zielen und der tatsächlichen Entwicklungsarbeit zu schärfen. Wir denken heute strukturierter – und das zahlt sich aus.

Woher zieht ihr Inspiration?

Unsere größte Inspirationsquelle sind unsere Kunden. Wenn wir uns tief in ihre konkreten Probleme einarbeiten, entstehen die besten Ideen – für neue Features, für neue Anwendungsfälle, manchmal sogar für ganz neue Richtungen. Das direkte Gespräch mit dem Markt ist für uns unverzichtbar.

Was steht als nächstes auf eurer Roadmap?

Der nächste große Meilenstein ist der Serienstart – wir planen, nächstes Jahr in die Serienproduktion zu gehen. Das bedeutet: enorm viel Arbeit auf der Fertigungsseite und bei allen Prozessen drum herum. Von der Qualitätssicherung über Supply Chain bis hin zu den internen Strukturen, die eine Serienproduktion trägt – das ist eine ganz andere Dimension als die individuelle Kundenentwicklung, in der wir bisher unterwegs waren. Eine spannende, aber auch anspruchsvolle Phase.

Langfristig wollen wir nach Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren weitere Märkte erschließen – schließlich stecken Wälzlager in fast jeder Maschine.

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