Gluce startet Onlineshop – und sucht Netzwerkpartner
Philipp Schwarz, Gründer von Gluce.

Wer eine gute Idee hat, steht oft vor einem Problem: Wie entwickle ich sie zu einem Produkt? Dabei will jetzt das Startup Gluce aus Frankfurt helfen. Und das in zwei Schritten: In einer Academy wird die Idee mit den Ideengeber:innen zusammen ausgearbeitet. Dann entscheiden sich beide Seiten, ob jeder seiner eigenen Wege geht, oder ob Gluce das Produkt herstellen wird. Hierfür sucht Gluce derzeit noch Partner:innen – Ziel ist es, alle Gewerke bedienen zu können und ein abgeschlossenes Produkt entwerfen zu können. Wir haben mit Philipp Schwarz, Gründer von Gluce, gesprochen.

Philipp Schwarz sitzt im Auto, gleißender Sonnenschein. „Ich hoffe die Verbindung passt, ich bin gerade auf Sylt im Urlaub“, erzählt er. Zwischen Kinder zum Surfcamp bringen und Urlaub machen hat er sich Zeit genommen für ein Interview. Gerade hat Gluce seinen Onlineshop gelaunched. Bisher gibt es allerdings nur einen Seifenspender, der 20 Sekunden lang Musik machen kann – so wissen Kinder, wann sie mit dem Händewaschen aufhören können. „Wir wollten beweisen, dass wir in kurzer Zeit ein Produkt entwickeln und es mit unseren Partnern an den Markt bringen können. Außerdem wollten wir die gesamte Technik einmal durchprobieren “, so Schwarz weiter.

So funktioniert Gluce

Das Geschäftsmodell hinter Gluce sieht so aus: Gluce kauft den Ideengeber:innen ihre Idee ab. Diese bekommen dann 5 – 8 % des Gewinns. Gluce entwickelt das Produkt mit seinen Partnern zur Marktreife. An Board ist unter anderem schon Geometry. Der Clou an der ganzen Sache: Für ihre Arbeit erhalten die Partnerfirmen sogenannte Tokens, die als Anteil an der jeweiligen Unternehmung gesehen werden können. Investor:innen kaufen sie. Seit einem Jahr ist das in Deutschland möglich. Am Ende des Jahres werden die Token in einem Buyback zurückgekauft. Die Tokens haben dann einen Mindestpreis von einem Euro  + 1%. Für wieviel ein Token allerdings tatsächlich verkauft wird, wird in einer sogenannten Dutch Auction festgelegt, die wie eine umgekehrte Auktion funktioniert: Ein Soll-Preis für die Token wird genannt, danach geht der Preis runter, bis sich ein Käufer gefunden hat. Das ist vor allem für Firmen praktisch, die einen kurzzeitigen Leerlauf haben: Sie können Arbeit in Unternehmungen von Gluce investieren und hinterher davon profitieren.

Zusätzlich soll dieses Jahr die Gluce Academy starten, die der Produktrealisierung vorgelagert ist. Dort können Innovator:innen für gut 20 Euro im Monat mehrere Kurse durchlaufen, mit denen sie mithilfe der Expert:innen von Gluce abschätzen können, ob ihre Idee es zum Produkt schafft oder nicht. Am Ende können sie sich entscheiden, ob sie ihre Idee Gluce zum Verkauf anbieten oder alleine weitermachen. Gluce produziert im ersten Fall das Produkt und schafft Skalierbarkeit im gesamten Prozess. Das Ziel: Das Produkt am Ende an größere Player verkaufen – ganz Early-Stage also.

“Es gibt zu wenig Gründer:innen”

Und warum das Ganze? „Wir haben so viele Startups gesehen, die bei Adam und Eva angefangen haben“, sagt Schwarz. „Und dann gibt es so viele tolle Ingeieur:innen, die eine gute Idee haben, sie aber nicht weiterentwickeln“. Insgesamt gründe nur ein:e Ingenieur:in von 50 – viel zu wenig, findet Schwarz. Gluce will diesen Menschen helfen, ungenutztes Potenzial aktivieren und ihnen bürokratische Hürden erleichtern – von Recycling Richtlinien bis zum Businessplan.

Als nächstes Produkt für den Shop steht übrigens ein Laufband mit Moosgummibelag auf dem Plan. Das soll man sich zum Beispiel unter den Schreibtisch stellen können – und so bei einem Telefonat beispielsweise einen Spaziergang zuhause machen. Bald soll jede Woche ein neues Produkt im Onlineshop erscheinen. Und das alles mit einer Mission: „Wir wollen dazu beitragen, dass die Welt voller wird mit bunten und tollen Innovationen“.

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