Fitvia: Achtstelliger Umsatz mit Tees für Influencer
Foto: Fitvia

Wiesbaden statt Berlin: Abseits vom Lifestyle-Hype in der Hauptstadt hat sich in unserer Region mit Fitvia ein Unternehmen als Vorreiter im Influencer Marketing etabliert. Seit fünf Jahren zeigt das Startup, wie man die Reichweite Social Media  Sternchen strategisch nutzt, um nachhaltig eine Lifestyle-Marke aufzubauen. Wie es dazu kam und warum der Standort Wiesbaden für sein Startup eher ein Vorteil ist, hat uns Gründer und CEO Sebastian Merkhoffer verraten.

Leidenschaftlicher Teetrinker, sei er schon immer gewesen, meint Sebastian Merkhoffer. “Tee ist gesund und macht glücklich”, schiebt er selbstverständlich wie einleuchtend hinterher. Der 29-jährige Wiesbadener muss es wissen: Sein Startup Fitvia gehört mit seinen Detox-Tees zu den bekanntesten deutschen Consumer Brands in den Sozialen Netzwerken. Nach eigenen Angabe wächst das Startup pro Jahr “gut prozentual zweistellig” und erzielt achtstellige Umsätze.

Profitabel arbeitet Fitvia schon seit seiner Gründung im Jahr 2014. Damals arbeitete Merkhoffer noch für einen deutschen VC und betreute Investments im Onlinebereich. Nebenher machte er die ersten Bestellungen im Wohnzimmer seiner Eltern versandfertig. Zwei Erkenntnisse waren es im Kern, die zur Gründung von Fitvia führten. Erstens: Der Teemarkt in Deutschland war eingestaubt, es gab Raum für eine hippe Lifestyle-Marke. Zweitens: Über Instagram-Nutzer mit hoher Reichweite ließen sich die Produkte ideal vermarkten.

Zwei neue Produkte pro Monat

Insbesondere im Hinblick auf seine Marketingstrategie, über die omr.com ausführlich berichtete, kann Fitvia als Vorbote gelten: Vor fünf Jahren war Instagram in Deutschland noch kein Mainstream-Medium, zudem wussten mit dem Begriff ‘Influencer’ allerhöchstens Branchen-Insider etwas anzufangen. Durch seine Tech- und Digital-Affinität hatte Merkhoffer, der “mit der Atari aufgewachsen” ist, sehr früh das richtige Gespür und legte den Grundstein für die Erfolgsstory seines Startups. Und das zunächst ganz alleine, was er heute als großen Vorteil ansieht.

Fitvia-Gründer Sebastian Merkhoffer. (Foto: Fitvia)

Ob Website-Entwicklung oder Influencer-Kontakte, alles habe Merkhoffer zunächst selbst gemacht. “Aber das schafft ein tiefergehendes Verständnis, was gerade zu Anfang sehr wichtig ist.” Inzwischen besteht das Fitvia-Team aus 55 Mitarbeitern, von denen sich der Großteil um das Influencer Marketing kümmert. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Produktentwicklung, die strategisch an der Schnittstelle zu Social Media Kanälen – neben Instagram vor allem Facebook und YouTube – stattfindet.

“Zugang zu lokalen Talenten”

Zwei neue Produkte bringt Fitvia im Monat auf den Markt, der Vertrieb findet ausschließlich ‘Direct to Consumer’ (D2C) statt. Kooperationen mit Handelspartner seien bislang keine Option – auch ein Indiz dafür, dass das Geschäft mit den gesunden Tees nicht so schlecht laufen kann. Zumal das Merhoffers Unternehmen ausschließlich eigenfinanziert ist,  abgesehen von zwei Business Angels, die als Sparringspartner in Strategiefragen fungieren.

Dass Wiesbaden ein eher außergewöhnlicher Standort für ein Unternehmen mit starkem Lifestyle-Bezug ist, sieht Merkhoffer eher als Vorteil: “Wir haben Zugang zu lokalen Talenten, die beispielsweise nicht nach Berlin ziehen möchten”, argumentiert er. Dennoch müsse sich gerade in der Landeshauptstadt noch einiges tun, damit sie als Startup-Standort wahrgenommen werde. Dazu, so Merkhoffer, wolle er als Gründerpersönlichkeit und Unternehmer selbst beitragen.