Wachstumsmarkt Robo-Advisor: Moneyfarm schluckt Vaamo

Die deutsche Fintech-Szene beherrscht in dieser Woche die Schlagzeilen. Mit dabei auch ein Startup aus Frankfurt: Gestern meldete der Robo-Advisor Vaamo die Übernahme durch den digitalen Vermögensverwalter Moneyfarm. Wie viel Vaamo den Briten wert war, ist nicht bekannt. Erklärtes Ziel ist indes, gemeinsam in Europa zu wachsen.

Vaamo geht an Moneyfarm, Robo-Advisor schluckt Robo-Advisor. Glaubt man dem Handelsblatt, war das kein einfacher Deal: Über Wochen sollen sich die Verhandlungen hingezogen haben, ehe die Vaamo-Gründer Thomas Bloch (l.) und Oliver Vins am Dienstag eine Einigung mit den Briten verkündeten. Zur Höhe des Deals äußerten sich die Beteiligten nicht.   

Mit der Partnerschaft will Vaamo den europäischen Markt der digitalen Vermögensverwalter angreifen und auf das rasant wachsende Angebot an vergleichbaren Services reagieren. Vaamo und Moneyfarm hätten das gemeinsame Ziel, “ein führender europäischer Anbieter in der digitalen Vermögensverwaltung zu sein”, wie Bloch von Das Investment zitiert wird.

Für das Fachportal EXtra-Magazin bestätigt der Deal den allgemeinen Trend im Robo-Advisor-Markt, dass größere Anbieter die kleineren Startups übernehmen. Während Moneyfarm 30.000 Privatkunden betreut, die insgesamt 400 Millionen Pfund angelegt haben, spricht Vaamo-Gründer Bloch gegenüber dem Handelsblatt von “deutlich mehr als 5000 Kunden”, die über seine Plattform Geld investieren.

Dass die digitale Vermögensverwaltung ein starker Wachstumsmarkt ist, zeigt nicht zuletzt die rasante Entwicklung von Scalable Capital: Im Mai verkündete der in München ansässige Robo-Advisor, dass er knapp zweieinhalb Jahre nach dem Markteintritt bereits eine Milliarde Euro verwaltet. Darüber hinaus springen auch die traditionellen Finanzdienstleister auf den Trend auf und entwickeln ihre eigenen Angebote, etwa die Deutsche Bank mit Robin.