Die erste Auktionsplattform für Fotos und Videos mit Nachrichtenwert – Slawomir und Elena vom Frankfurter Startup SellNews im Interview

Die erste Auktionsplattform für Fotos und Videos mit Nachrichtenwert – Slawomir und Elena vom Frankfurter Startup SellNews im Interview

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Mit SellNews ist in Frankfurt am Main eine spannende Plattform entstanden, auf der jeder mit seinen Bildern Geld verdienen kann und Journalisten einfach Bildmaterial für Artikel finden können, ohne selbst bei Ereignissen vor Ort sein zu müssen. So finden sich beispielsweise zahlreiche Bilder von Politiker-Auftritten oder auch Sport-Veranstaltungen auf der Auktionsplattform des Frankfurter Startups.
Slawomir Rybarczyk und Elena Petrov aus dem Gründerteam haben sich unseren Fragen gestellt.
RMS: Bitte stellt euch uns kurz vor. Wer seid ihr und was macht ihr?
Hallo! Wir sind Slawomir Rybarczyk und Elena Petrov von der sellnews GmbH. Zusammen mit zwei weiteren Kollegen, Helge Langer und Frank Bitterlich, gründeten wir im Oktober 2012 unser Unternehmen. SellNews ist die erste Auktionsplattform für Fotos und Videos mit Nachrichtenwert. Das Prinzip dürfte den meisten Leuten von der Online-Auktionsplattform ebay bekannt sein: Der registrierte Nutzer bietet seinen Artikel zum Verkauf an und jeder andere Nutzer darf hierauf bieten. Entweder gewinnt das höchste Gebot, oder der Artikel kann per Sofortkauf den Eigentümer wechseln. Bei sellnews wird mit Fotos und Videos gehandelt – und da wir in erster Linie Content mit Nachrichtenwert suchen, finden sich auf der Käuferseite vor allem Zeitungen oder Nachrichtenagenturen. Die Fotos stammen hierbei nicht zwingend von professionellen Fotografen, denn jeder, der mit einem Foto- oder Videotauglichen Gerät ausgestattet ist, ist ein potenzieller Nutzer von sellnews. Sie sehen oder erleben etwas und sind direkt vor Ort? Machen Sie ein Foto oder Video und laden Sie es direkt bei uns hoch!
SellNews Homepage #1RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?
Elena: Die Grundidee hatte Slawomir lange bevor der Smartphone-Markt so richtig boomte und mit ihm die digitale Fotografie. Als Sportredakteur stand er oft vor dem Problem geeignetes Bildmaterial für seine Berichterstattung zu finden und bekannte Plattformen wie YouTube boten zwar geeigneten Content, aber nicht die Möglichkeit die Nutzungsrechte mal eben zu erwerben.
Slawomir: Zum Glück kannte ich zwei Programmierer, sowie Elena, die von der Idee einer Auktionsplattform für Fotos und Videos gleichfalls begeistert waren. Und da wir alle an einem Punkt im Leben angekommen waren, in dem wir noch die Möglichkeit sahen, mit Kreativität und viel Herzblut dieses Projekt zu stemmen, gründeten wir im Oktober 2012 die sellnews GmbH, natürlich mit Sitz in Frankfurt am Main, wo wir auch leben.
RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung des Startups gestemmt?
Aus eigener Tasche. Zum Glück sind die Betriebskosten momentan noch überschaubar, aber natürlich suchen wir auch nach weiteren Investoren, die allerdings auch zu uns passen müssen. Ebenfalls wichtig war am Anfang die Hilfe, die wir von der ESA und deren Business Incubation Centre in Darmstadt bekommen haben. Vielen Dank nochmal!
RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?
Zu Beginn der Gründung war die Bürokratie ein großer Stolperstein und ist es auch jetzt noch. Bei einem eigenen Unternehmen wird man öfters vor Herausforderungen gestellt. Das Wichtigste ist diese erfolgreich zu meistern und aus ihnen zu lernen. Mit unserem Management-Team sind wir sehr gut aufgestellt und lernen auch jeden Tag dazu.
_MG_0531RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Eurem Startup?
Unser Team besteht inzwischen aus sieben Leuten, uns eingeschlossen. Das tolle an einem Startup ist es ja, dass die Kommunikationswege kurz sind und Ideen schneller umgesetzt werden können. Und da wir alle einen anderen Background haben, akademisch und beruflich, ist sehr viel Kreativität und Erfahrung im Spiel.
RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad von Eurem Startup weiter auszubauen?
Neben klassischen Werbemaßnahmen, wie Stände betreiben auf Fachmessen, um die Leute auf SellNews aufmerksam zu machen, nutzen wir natürlich alle Möglichkeiten, die uns das Internet zu bieten hat. Wir sind auf Facebook, Google Plus und Twitter vertreten und können hier direkt mit unserer Community kommunizieren. Zudem arbeiten wir eng mit einer Marketing-Agentur zusammen. Als weiteres Mittel des Content Marketing betreiben wir einen Blog rund um das Thema Fotografie. Unser Ziel ist es, unsere News-Community zu erweitern als auch mobile Reporter und Profis über Neuigkeiten und Trends zu informieren – aber auch über SellNews und unser Unternehmen.
RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?
Unser Ziel ist es eine internationale News-Community aufzubauen. Zunächst möchten wir unseren Bekanntheitsgrad weiter ausbauen, auch international, um im Laufe der nächsten Jahre zur Digitalisierung der Medien in Deutschland beitragen. Wir wollen SellNews zu einer Marke machen, die für einen fairen und transparenten Marktplatz für Fotografen und der Medienbranche steht.
Wir denken, dass sich unser Konzept langfristig durchsetzen wird und wir damit eine kleine Revolution im Online-Bildermarkt auslösen werden. Aktuell verdienen selbst professionelle Fotografen auf sogenannten Mobile- oder Microstock-Plattformen nur Cent-Beträge.
Konsequenterweise wird uns von diesem Berufsstand viel Skepsis entgegengebracht. Dabei ist es unser Hauptziel für jedes Foto den bestmöglichen Preis zu erzielen. Mit SellNews kann jeder Fotograf oder Videograf sein Material eigenständig verwalten und anbieten.
Zudem wird in Zukunft der Demand-First Markt eine wichtige Rolle spielen. Fotos und Videos werden dann nicht wahllos angeboten – was Unmengen an Speicherplatz erfordert – sondern per Auftragsvergabe. Während wir jetzt also das ebay für Fotos und Videos sind, werden wir bald Airbnb-ähnlich der Mittelsmann zwischen Fotografen und Käufer sein.
SellNews Homepage #2RMS: Wie seht Ihr den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?
Unser Entschluss in Frankfurt zu gründen wurde natürlich von logistischen und persönlichen Gründen beeinflusst. Wir arbeiten und leben alle hier. Geografisch ist das Rhein-Main-Gebiet mit seiner Infrastruktur ideal gelegen, um überall schnell hin zu gelangen und somit für eine Gründung optimal. Und für ein junges Startup ist das ständige Reisen – zu Messen, Veranstaltungen und Wettbewerben – fast Teil des Tagesgeschäfts.
Was wir uns wünschen ist eine bessere und transparentere Förderung von Seiten des Bundes oder des Landes Hessen für Startups.
RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern abschließend mit auf den Weg geben möchtest?
Slawomir: An seine Idee glauben und immer weitermachen! Nur so kann man erfolgreich etwas auf die Beine stellen.
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