Überall Ausnahmezustand – so ist CLARK als Team gut gewappnet
Die Clark Gründer (v.l.): Steffen Glomb, Chris Lodde, Marco Adelt, Christopher Oster. Foto: Clark

Reihenweise Unternehmen schicken ihre Teams ins Homeoffice. Für den digitalen Versicherungsmakler CLARK war das kein großer Schritt – ohnehin laufen bei ihm viele Prozesse digital. Wieso das Unternehmen gut gewappnet ist, erklärt uns Mitgründer Marco Adelt im Interview.

Was waren für Euch Entscheidungskriterien für das Remote-Arbeiten? 

Die Umstellung auf Remote-Arbeiten ist für uns kein großer, aufwändiger Schritt, denn wir haben bereits bei Unternehmensgründung 2015 bewusst entschieden, flexible Strukturen zu schaffen. Entsprechend ist unsere gesamte Infrastruktur seit Tag eins maximal auf Flexibilität ausgerichtet. Nicht, weil externe Umstände dies erfordern, sondern weil wir sicher sind, dass man in einem internationalen, schnell-wachsenden Startup nur mit einem flexiblen Set-up erfolgreich sein kann.  Ein fester Arbeitsplatz ist bei uns kein Engpassfaktor, um arbeiten zu können. Ich selbst habe seit der Unternehmensgründung beispielsweise noch nie einen festen Schreibtisch gehabt, sondern setze mich morgens einfach dorthin, wo gerade Platz ist.  

Wie stellt ihr sicher, dass 200 Mitarbeiter remote arbeiten können?

Alle Unternehmen und Start-ups sind gerade im Ausnahmezustand. Wir glauben aber, dass die Zusammenarbeit bei Clark trotzdem gut klappt. Wir arbeiten seit Unternehmensgründung in der Cloud statt auf lokalen Servern. Alle Mitarbeiter verfügen über einen Laptop und wir nutzen VoIP-Telefonie statt lokale Telefonanlagen. Das erlaubt uns maximale Flexibilität. 

In vielen Bereichen arbeiten wir ohnehin bereits über Standorte hinweg mit Video-Konferenzen. Unsere morgendlichen Stand-ups oder abendlichen Check-outs werden wir also wie gehabt stattfinden lassen, nur eben via Google Hangout oder Zoom.  

Auch für den Kunden wird sich nichts ändern: Er steht ohnehin mit uns via Messenger, E-Mail, Videotelefonie und Telefon in Kontakt. Bei CLARK gibt es keine Abhängigkeiten von physischen Kundenkontakten. 

Welche anderen Maßnahme habt ihr getroffen?

Wir haben die Reisetätigkeiten maximal reduziert. Unsere 200 Mitarbeiter sitzen an vier Standorten im In- und Ausland. Um das Risiko eines Domino-Effekts bei Infektionen zu reduzieren, vermeiden wir grundsätzlich sämtliche Reisen zwischen unseren Standorten. Letztlich kommt es bei allen Maßnahmen auf eine Sache an: Was können wir dafür tun, das Infektionsrisiko unserer Mitarbeiter so weit es geht zu reduzieren?

Wir haben bereits bevor es so richtig in Deutschland losging, verschiedene Szenarien intern durchgespielt und diskutiert, wie wir mit verschiedenen Situationen umgehen. Es ist extrem wichtig, gut vorbereitet zu sein. Und auch die Kommunikation mit den Mitarbeitern: Regelmäßige Updates, Tipps, wie man sich besser schützen kann oder wo man Informationen findet, im Falle einer Erkrankung sind wichtig. Gerade in internationalen Teams wie bei uns tragen wir auch eine Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber, die vielleicht erst seit wenigen Wochen oder Monaten in Deutschland leben und noch nicht alle Strukturen hier kennen. 

Habt Ihr Tipps für andere Gründerteams?

Panik ist ein schlechter Ratgeber. Gerade in Phasen wie diesen gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. Dazu ist eine proaktive tägliche Kommunikation mit allen Beteiligten wichtig. So etwas kann man nicht delegieren. Das muss Sache der Gründer sein. 

Welche Auswirkung seht ihr auf das Startup Ökosystem? 

Auf Gründer und ihre oftmals informellen Netzwerke wird die aktuelle Phase keine nennenswerten Auswirkungen haben. Dieser Teil des Ökosystems findet ohnehin fernab der Öffentlichkeit statt und ist nicht von physischen Kontakten abhängig. Spürbarer werden die Auswirkungen sicherlich bei öffentlichen Veranstaltungen, die es in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich wenig bis gar nicht geben wird. Gerade für neue Köpfe und Gründungswillige waren öffentliche Veranstaltungen eine einfache Möglichkeit zum Knüpfen erster Kontakte in die Gründerszene. Das wird in der nächsten Zeit schwieriger.    

Mit welchen wirtschaftlichen Folgen rechnet ihr? 

Unsere Services, Infrastruktur und Arbeitsweise werden in dieser Krise nicht beeinträchtigt werden. Wir sind für unsere 200.000 Kunden in vollem Umfang da. Wir sehen daher keine große Gefahr für unser Geschäftsmodell.

!!! Weiter wichtige und hilfreiche Infos findet ihr im STATION “Corona Resource Guide” für FrankfurtRheinMain. !!!

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