“Eine Idee ist noch lange nichts wert!” – Dirk Rudolf von FinTecSystems

“Eine Idee ist noch lange nichts wert!” – Dirk Rudolf von FinTecSystems

FinTecSystems wurde im März 2014 mit dem Ziel gegründet, Bonitäts- und Betrugsrisiken durch den Zugriff auf Online-Banking-Konten zu reduzieren. Das Unternehmen hat neben Standorten in München und Hamburg auch einen Standort im hessischen Linden bei Gießen. Wir haben den Co-Founder Dirk Rudolf zum Gründer-Interview gebeten.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Dirk Rudolf und führe gemeinsam mit meinen beiden Ko-Gründern Stefan Krautkrämer und Martin Schmid, FinTecSystems. Wir haben uns auf die vollautomatisierte Finanzanalyse auf Basis von Online-Banking-Daten spezialisiert. Damit lässt sich unter anderem die Bonitätsprüfung bei Online-Krediten digital und in Echtzeit erledigen. Unsere Kunden sind Banken, wie zum Beispiel DKB/SKG, N26 und die SolarisBank, aber auch FinTechs wie Smava und Finreach.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Wir alle drei haben einen Hintergrund im Payment, Banking und E-Commerce, denn wir waren Teil des Gründungsteams der Sofortüberweisung, einem der bekanntesten Internet-Bezahlverfahren im deutschsprachigen Raum. Zur Idee zu FinTecSystems kam es, als wir negative persönliche Erfahrungen bei Bonitätsprüfungen trotz vorhandener Solvenz gemacht haben. Stefan hatte beispielsweise keine Kreditkarte wegen zu vieler Konten bekommen, bei mir war bei der Immobilienfinanzierung ein bestimmter Schufa-Eintrag ein Problem. Wir haben also am eigenen Leib erlebt, dass es offenbar Optimierungspotenzial bei der Beurteilung der Bonität gibt. Das war die Gründungsidee für FinTecSystems!

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Die anfängliche Finanzierung für die Anstellung erster Mitarbeiter und das Setup der Firma haben wir als Gründer selbst gestemmt. Nach einer Angel-Runde haben wir im September 2015 mit Heilemann Ventures und MenschDanke Capital eine Seed-Finanzierung durchgeführt, die mit Ventech aus Frankreich und LittleRock zusammen im Sommer 2016 unsere Serie-A-Finanzierung gehoben haben. Kürzlich haben wir unsere Serie-B-Runde abgeschlossen, mit Reimann Investors als neuem Ankerinvestor.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Es gibt ja in der Regel zwei wesentliche Hürden für ein Start-Up: Es muss erstens ein wirkliches Bedürfnis für das Produkt im Markt geben und zweitens gilt es, zügig Traktion, hohe Nutzerzahlen und Marktanteile zu erreichen. Ist beides gegeben, sind Start-Ups meist erfolgreich und auch interessant für Investoren. Erstens war für uns kein Problem, es gab und gibt eine Nachfrage nach qualifiziert aufbereiteten Kontodaten im Markt. Als junges Unternehmen im FinTech-Bereich etablierte Banken zu überzeugen, war hingegen schon sehr viel schwieriger beziehungsweise es brauchte länger als gedacht. Die Gewinnung erster Referenzkunden und auch der Aufbau des perfekten Teams sehen wir rückblickend als die größten Herausforderungen an.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an FinTecSystems?

Unser Unternehmen ist an drei Standorten (München, Linden und Hamburg) in Deutschland vertreten, u.a. sitzt in Linden bei Gießen die Entwicklung. Insgesamt beschäftigen wir rund 30 Mitarbeiter.

RMS: Was macht Ihr, um Euren Bekanntheitsgrad auszubauen?

Wir sind – anders als ein B2C-orientiertes FinTech – nicht so sehr auf eine breite Bekanntheit angewiesen. Unsere Zielgruppe sind Banken, Finanzinstitute, Versicherungen und FinTechs. Um uns in diesen Kreisen bekannter zu machen, sind wir auf den Branchentreffs mit Vorträgen vertreten und setzen auf regelmäßige PR- und Marketing-Aktionen. In der Regel kennen uns unsere Kunden bereits, daher konzentrieren wir uns darauf, das Angebotsspektrum unseres Produkt-Ökosystems „accourate“ bekannter zu machen.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Wir sind einer der Technologieführer in unserem Segment, diesen Status möchten wir ausbauen. Wir sehen uns als Enabler und Partner für Banken und Finanzdienstleister, den digitalen Transformationsprozess erfolgreich zu bewältigen. Wir wollen DER Anbieter für das digitale Finanzbild in Europa sein – das ist unser Ziel.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Wir schätzen den Standort Rhein-Main, denn wir haben hier sehr guten Zugang zu smarten Köpfen, auf die wir als Tech-Unternehmen natürlich angewiesen sind. Insofern sind die große Dichte an Universitäten und der attraktive Ballungsraum Frankfurt natürlich Standortvorteile. Wir sind außerdem überzeugt, dass Frankfurt seine führende Rolle als Bankenzentrum in Europa ausbauen wird, auch das ist natürlich für uns als FinTech-Unternehmen wichtig. Wir sind da, wo unsere Kunden sind – perfekt. Insgesamt würde ich sagen, das Gründungsklima hier ist ausgezeichnet und die Region braucht sich nicht vor Berlin oder München zu verstecken.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Am wichtigsten ist sicherlich der Mut, etwas verändern zu wollen. Das steht ganz am Anfang und ist die treibende Kraft hinter jeder Gründung, das gilt es auch nie aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig muss man gerade während des Entwicklungsprozesses flexibel sein und vielleicht auch mal das ursprünglich angedachte Geschäftsmodell verändern oder anpassen. Auch dies erfordert Mut und Durchsetzungskraft. Wichtig war eine Erfahrung für uns: Eine Idee ist noch lange nichts wert! Die Umsetzung und die Passion an der aktiven Gestaltung des Unternehmens sind letztlich Faktoren, die zählen und gute Gründer von der Masse abheben.

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